Die fatalen Fehler der SNB ! Marc Meyer (ehemaliger UBS-Analyst) analysiert exakter als die SNB?

Artikel zum NachDenken: Das „?“ im Titel ist rein rhetorischer Natur

«Die Nationalbank kann nicht einfach so viel Geld drucken, wie sie will.» Die Ausgabe einer Banknote bedeute für die Zentralbank eine Schuld. Die SNB verwechsle Eigen- mit Fremdkapital – «ein fataler Irrtum!» 1)

Diese Tatsache, die auch mit der Nichtkenntnis der Giralgeldfunktion*, dass der Wert erst bei der Schuld entsteht und der Tatsache des sog. Mindestreservesystems, die dazu führt, dass die Geldschöpfung – substanztechnisch betrachtet – beinahe zu 90 bis 97% aus Luft erfolgt, ist offenscheinlich auch einigen SNB Bankangestellten nicht bekannt. (Dazu auch ein professorales Statement http://bit.ly/aktuelles-bank-luft-system-094 )

* auch bei vielen Bankangestellten (Anm. den meisten, s. Statistik des AV ch 10.2011)

1) Dazu auch ein Artikel aus 20min.ch (exakter link nachfolgend) von Sandro Spaeth:

Wer die Nationalbank kritisiert, wird von der Branche geächtet. Keiner weiss das besser als der ehemalige UBS-Analyst Marc Meyer. Nun ätzt er wieder gegen SNB-Präsident Hildebrand und Co.

storybildNationalbankkritiker Marc Meyer ist heute Lehrer – statt gutbezahlter Banker. (Bild: Keystone)

Ihr HinweisEr hat einst mit Joe Ackermann, dem heutigen Chef der Deutschen Bank, gearbeitet. Sergio Ermotti, Topkandidat für die Nachfolge von Oswald Grübel als UBS-CEO, kennt er von seiner Zeit bei der Citicorp. Marc Meyer hat eine grosse Karriere als Banker vor sich gehabt. Doch heute ist der begabte Ökonom Lehrer in Basel. Lehrer für Wirtschaftsgymnasiasten. Meyer ist einer, der genau weiss, wie es funktioniert.
Die Führungscrew der Schweizerischen Nationalbank (SNB).
Die Führungscrew der Schweizerischen Nationalbank (SNB). Bildstrecken Sie bestimmen die Zukunft der Schweiz

Als Analyst im Market-Strategy-Team der UBS beschäftigte er sich täglich mit komplizierten Charts. Versuchte aus dem Datenwirrwarr die richtigen Anlagestrategien abzuleiten. Meyer hatte seinen Traumjob. Bis er sich mit einer beissenden Kritik über die Anlagestrategie der Nationalbank zu sehr exponierte. Und von seinem Arbeitgeber UBS geschasst wurde. Das war 1996.

Analyst ohne Lohn

Die Kündigung hat Meyer noch immer nicht verdaut. «Der Rauswurf war einfach nicht fair», sagt er und streicht mit dem Zeigefinger zärtlich über seinen Oldtimer, den er mit dem Geld aus den Banker-Jahren gekauft hat. Es ist ein Jaguar E-Type, Jahrgang 1963. Ein echtes Schmuckstück.

Der 56-jährige sieht sich noch immer als Analyst. Nur dass ihn heute niemand mehr für seine Analysen bezahlt. Wer die Notenbank kritisiere, arbeite nie mehr für ein Schweizer Finanzinstitut, sagt Meyer. Langsam kommt er in Fahrt. «Die Nationalbank hat einen langen Arm.» Wirkt der Junggeselle darum im Klassenzimmer, statt am Paradeplatz?

Marc Meyer ist einer der schärfsten Kritiker von SNB-Präsident Philipp Hildebrand und dessen Vize Thomas Jordan. Die Aktionen des Direktoriums beobachtet er mit Argusaugen. Dass die SNB Anfang September eine Kursuntergrenze zum Euro von 1.20 ausrief, missfällt ihm sehr. Das Direktorium habe masslos überreagiert, findet Meyer. Die Euroschwäche sei per Saldo für die Schweizer Volkswirtschaft sogar vorteilhaft. Zudem könne die Nationalbank den Euro über längere Zeit gar nicht stützten. Die Übermacht der Finanzmärkte sei zu gross.

«Ein fataler Irrtum!»

Um den Eurokurs stabil zu halten, muss die Nationalbank auf den Devisenmärkten intervenieren. Sie kauft Euro gegen Schweizer Franken. Was zu riesigen Mengen von Währungsreserven führt, die im Falle eines neuerlichen Euro-Absturzes zu einem immensen Verlust führen und das Eigenkapital der Notenbank schmälern. Die Notenbanker finden das nicht weiter schlimm: «Die Zentralbank kann sämtlichen Zahlungsverpflichtungen jederzeit nachkommen, weil sie die benötigte Liquidität selber schaffen kann», sagte SNB-Vize Thomas Jordan an einem Referat in Basel. Eine Zentralbank könne gar nicht in Liquiditätsprobleme geraten.

Es sind solche Aussagen, die Marc Meyer auf die Palme bringen. «Die Nationalbank kann nicht einfach so viel Geld drucken, wie sie will.» Die Ausgabe einer Banknote bedeute für die Zentralbank eine Schuld. Die SNB verwechsle Eigen- mit Fremdkapital – «ein fataler Irrtum!» Meyer folgert: Wenn die Nationalbank bei negativem Eigenkapital Geld druckt, steigen lediglich die Schulden, statt dass Löcher gestopft werden können.

Gefangen in der Religion

So weit einleuchtend. Doch warum glaubt ihm niemand? Meyers Antwort kommt wie aus der Pistole geschossen: «Einen so einfachen Fehler will niemand zugeben. Die Notenbanker sind in ihrer Religion gefangen!»

Religion? In Meyers Worten ist missionarischer Eifer zu spüren. Er hat Grund für Vehemenz: «Wenn niemand aufbegehrt, droht der grosse Crash», sagt er. Die Schweizer Wirtschaft könnte an dieser Notenbank-Politik zu Grunde gehen. Im Fall von negativem Eigenkapital müssten die Gläubiger der SNB – die Geschäftsbanken – ihre Giroguthaben bei der SNB abschreiben. Was laut Meyer zu Konkursen von Geschäftsbanken führen wird.

Unzählige Briefe hat Meyer in den letzten Jahren an die Verantwortlichen der Nationalbank geschrieben. Substanzielle Antworten hat er nie erhalten. Seinen Verriss des Referats von SNB-Vize Jordan in Basel sandte Meyer auch an die Bundesräte Eveline Widmer-Schlumpf und Johann Schneider-Ammann. Keine Antwort.

Dies obwohl Meyer mit Kritik an der SNB schon einmal richtig lag: Dank seiner Intervention begann die Nationalbank 1997 ihre Anlagen umzuschichten und wies dadurch einen höheren Anlagegewinn aus. Auch die Goldverkäufe hatte Markt-Analyst Meyer angeregt.

Erfolglose Initiative

Im Dezember 2010 lancierte der Dr. rer. pol. aus Riehen die Volksinitiative «Unsere Nationalbank gehört uns allen!» Sie verlangt, dass die Schweizer Währungshüter nicht eigenmächtig horrende Staatsschulden anhäufen können. Die Frist zum Unterschriften sammeln läuft bis Juli 2012. Doch unterschrieben haben «noch viel zu wenige», so Meyer. Für Sammelaktionen fehlen dem Einzelkämpfer die Mittel. Und die politischen Partner.

Meyer sieht sich als Warner, der in einem von der Wissenschaft anerkannten System einen Fehler entdeckt hat. Ein kleiner Fehler zwar – aber einer, der ins Auge gehen kann. «Es kann doch nicht sein, dass die SNB einfach Geld druckt und damit die Löcher stopft», sagt er. Mantra-artig wiederholt er seine Botschaft. Und wirkt dabei wie ein Don Quijote, der einen Kampf gegen Windmühlen führt.

Meyer, ein Kopernikus

Der streitbare Ökonom selbst zieht den Vergleich mit Nikolaus Kopernikus vor – ein Vergleich, den sich ein Redaktor des «Tages-Anzeigers» vor über 15 Jahren erdacht hat. Meyer erfüllt es noch heute mit Stolz. Es habe mehrere hundert Jahre gedauert, bis man dem Vordenker der modernen Astronomie geglaubt habe, dass die Erde sich um die eigene Achse und um die Sonne drehe. Visionäre leben einsam.

Stört es ihn, dass seine Banker-Karriere ein jähes Ende nahm? Dass seine ehemaligen Kollegen ein Vielfaches verdienen? «Ich bin glücklich als Lehrer», sagt Marc Meyer und betrachtet seinen hellblauen Jaguar. «Dieser Wagen ist wenigstens wertbeständig. Ganz im Gegensatz zu den Euros der Nationalbank.»

Für den Interview-Termin hat er sich eine gelbschwarze Seidenkrawatte umgebunden. Wie damals, als er noch Banker war. Seine Zeit wird kommen, davon ist Meyer überzeugt. «Irgendwann wird man mir glauben.» Hoffentlich nicht, wenn es schon zu spät ist.

Kommentare
Gianluigi Iacovino am 25.10.2011 09:32 Report Diesen Beitrag melden
  • Herr Meyer ist nicht allein

    Herr Meyer, Sie sind nicht allein mit Ihren „Theorien“. Viele Menschen haben genug von der „Kaste“ der UNANTASTBAREN Spekulanten. Seit 1978 „predige“ ich Allen die es (nicht) hören wollen, dass Reichtum nur mit Arbeit erschaffen wird, und die Börsen wie ein Casino sind. Auf jeden Fall finde ich es konstruktiv, dass Sie Herr Meyer Jungen Gymnasianten versuchen die Wirtschaft zu erklären, denn dort fängt alles an. In der Schule müssen die zukünftigen Arbeitnehmer lernen, was Realwirtschaft ist und was nicht. Unterstützen wir doch z.B. die Minder-Abzock Initiative, welche es so „schwierig“ hat.

    • Marc Meyer am 25.10.2011 10:50 Report Diesen Beitrag melden

      Besten Dank

      Sehr geeherter Herr Iacovino Besten Dank für Ihre ermutigenden Worte. Es ist wirklich so: Es muss alles real erarbeitet werden. Die Notenbanker leben in einer Scheinwelt. Freundliche Grüsse Marc Meyer

    • Marc Meyer am 25.10.2011 11:41 Report Diesen Beitrag melden

      SNB verwechselt Vermögen und Schulden

      Sehr geherter Herr Iacovino Bitte lassen Sie mich noch etwas verdeutlichen: Die Notenbanker leben in einer Scheinwelt, weil sie meinen, sie können „Geld schaffen“ und sie interpretieren dieses Geld als „Vermögen“ der Zentralbank. Das ist aber falsch. Geld – Banknoten – das sind „Schulden“ der Zentralbank. Die SNB finanziert also alle ihre Euros über Schulden – und die Schulden der Nationalbank sind Staatsschulden (bereits über 300 Milliarden Schulden hat die SNB). Sie hat jetzt schon weit mehr Schulden als Bund Kantone und Gemeinden zusammen (230 Milliarden Franken).

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  • Daniel Müller am 24.10.2011 17:50 Report Diesen Beitrag melden

    Der Bürger heisst so weil er bürgt!

    Und wohin fliessen die verkauften CHF? Sobald diese, den Weg in die Realwirtschaft finden, droht uns neben asset price inflation (Rendite Eidg.) auch noch reale Inflation. Und das Beste… unsere PK Mindestverzinsung können wir auch gleich weiter reduzieren.

    • Thomas am 25.10.2011 00:11 Report Diesen Beitrag melden

      Hmmmm … Bürge(r)?!?

      Hmmmm … das ist einmal mehr wohl die Weisheit, die in der Sprache liegt. Wir sind für die Elite, die die bürgen? Klar sind wir die Bürge(r)! Das ist so wie Unterhaltung (Unten haltung). Kein Wunder, dass überall diese Occupy Bewegungen entstehen.

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  • philipp M. S. am 24.10.2011 15:28 Report Diesen Beitrag melden

    SNB, die Frankenvernichterin

    Die SNB kaufte u. kauft zu tausenden v. Milliarden; zu CHF 1.2o. Ist absehbar, der wird in einigen Monaten noch 60 Cent wert sein. Verlust der SNB: 50%. Die billigste Lösung : alle schreddern und die CH-Einwohnerschaft z. Kasse bitten ( Rentenkürzung, Teuerung, Auftragsmangel,Steuern rauf, usw.). Und die Schweiz schluckt alles, was die „Kapazitäten“ der SNB selbstherrlich desaströs tun. Wie lange hilft CH noch, den EU-Karren aus dem Schlamm zu ziehen – bis die Einsicht Oberhand gewinnt, dass er trotz aller Versuche stecken bleibt. Die EU als Liebkind geboren, stirbt als Moorleiche.

    • San Kunz am 24.10.2011 16:16 Report Diesen Beitrag melden

      Masslose Selbstüberschätzung der CH

      Ihr Kommentar ist sehr interessant und zeugt von massloser Selbstüberschätzung. Die Schweiz spielt sowohl wirtschaftlich als auch politisch keinerlei Rolle auf der Welt. Aufwachen! Nicht der Euro wird durch die Nationalbank gestützt sondern der Franken abgewertet. Dass lässt sich sehr gut aus den wechselkursen der übrigen Währungen zueinander sehen. Der Franken hat gegenüber allen Währungen an Wert verloren. Euro und USD sind hingegen recht stabil zueinander. Zudem hätte die Nationalbank bei weitem nicht die nötigen Mittel tatsächlich eine andere Währung zu beinflussen.

    • Bebbi Meggi am 25.10.2011 11:49 Report Diesen Beitrag melden

      Sie stehen hinter dem Spiegel

      @San Kunz schätze Sie sind Investmentbanker

    • Supermario am 26.10.2011 12:51 Report Diesen Beitrag melden

      Soll er doch sein Geld drauf verwetten!

      Mir dreht sich der Magen um. Wenn der Philipp heute schon weiss, wieviel der Euro in 6 Monaten wert ist warum wetter er dann nicht drauf? Falls der Franken noch mehr wert wird entstehen ohnehin soziale Kosten; entweder als Währungsverlust bei der SNB oder als Arbeitslosenkosten bei den nicht mehr benötigten Angestellten und „Arbeitern“? Denke, dass die Lösung Abwertung eher noch die sozialere Alternative ist; einen Haufen Arbeitslose würde wohl noch grössere soziale Unruhen verursachen!

aus 20min.ch link 

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Frage zum Eigenkapital der Banken, zB. UBS, CS (ECO Sendung SF1 17.10.2011, )

Oben Foto zur folgenden Sendung:

Inhalt:

CDS Gefahr

Eigenkapital der Banken, zB. UBS, CS

US Mittelstand

# occupy Wall Street

China Billig Importe

diese recht kritische ECO Sendung auf der sf.tv Plattform anschauen, via

http://bit.ly/ECO-SF-TV-Video-CDS-kritisch-2011

http://www.sf.tv/videoplayer/embed/660c44fa-b8b3-4cf2-bfc3-9d34b70e9852

Waehrungs-Abwertungen und Aufwertungen, sind jeweils auch Fragen der Sichtweise

Auf und ab. Historisches – Modell bedingtes – Fazit: Ab.

Sehen wir uns nur einmal vorerst kurz alleine die Jahre ab 1931 in der Schweiz an:

Schweiz

1931 wurde der 78 Jahre lang gleichgebliebene Silbergehalt im Fünfliber (5 fr.) um 44,33 % von 25 gr 0,900 (22,5 gr .999), 1850 – 1928, auf 15 gr 0,835 (12.525 gr .999) ) reduziert.

27.09.1936: 30% Frankenabwertung. Durch den BRB (BundesRatsBeschluss) vom 27.09.1936 wurde der Franken um ca. 30 % abgewertet,

06.09.2011: Euro-Franken-Kurs, 1 € = CHF 1.20

Im Einzelnen:

1931 wurde der 78 Jahre lang gleichgebliebene Silbergehalt im Fünfliber (5 fr.) um 44,33 % von 25 gr 0,900 (22,5 gr .999), 1850 – 1928, auf 15 gr 0,835 (12.525 gr .999) ) reduziert.

27.09.1936: 30%

Durch den BRB (BundesRatsBeschluss) vom 27.09.1936 wurde der Franken um ca. 30 % abgewertet,

Von 1865 bis 1927 war die Schweiz Mitglied der Lateinischen Münzunion, was bedeutete, dass Gold- und Silbermünzen aus Frankreich, Belgien, Italien und Griechenland in der Schweiz als offizielle Zahlungsmittel zirkulierten. Die Bestimmungen der Münzunion legten fest, dass die Einheit der jeweiligen Landeswährung 4,5 Gramm Silber oder 0,290322 Gramm Gold entsprach. Sogar nachdem die Union in den 1910er Jahren bedeutungslos geworden war und 1927 offiziell endete, blieb die Goldparität für den Schweizer Franken erhalten, bis dieser 1936 als Folge der Weltwirtschaftskrise um 30 Prozent abgewertet werden musste.http://de.wikipedia.org/wiki/Schweizer_Franken

06.09.2011: Euro-Franken-Kurs, 1 € = CHF 1.20

Zitat:[1]

«Nationalbank legt Mindestkurs von 1.20 Franken pro Euro fest: Die gegenwärtig massive Überbewertung des Schweizer Frankens stellt eine akute Bedrohung für die Schweizer Wirtschaft dar und birgt das Risiko einer deflationären Entwicklung. Die Schweizerische Nationalbank strebt daher eine deutliche und dauerhafte Abschwächung des Frankens an. Sie toleriert am Devisenmarkt ab sofort keinen Euro-Franken-Kurs unter dem Mindestkurs von 1.20. Die Nationalbank wird den Mindestkurs mit aller Konsequenz durchsetzen und ist bereit, unbeschränkt Devisen zu kaufen. Der Franken ist auch bei 1.20 pro Euro hoch bewertet und sollte sich über die Zeit weiter abschwächen. Falls die Wirtschaftsaussichten und die deflationären Risiken es erfordern, wird die Nationalbank weitere Massnahmen ergreifen.» Schweizerische Nationalbank am 6. September 2011

Eigenartigerweise, dh. eigen(un)artigerweise lernt Mensch nichts dazu, kann das sein?

Es gibt einerseites schlüssige Lösungen, Silvio Gesell lässt grüssen, einer seiner professionellen Botschafter war Hermann Benjes, heute ist Prof. Bernd Senf sehr aktiv.

Andererseits ist alles schon mal dagewesen, wobei dies erst dank Internet der breiten Oeffentlichkeit zur Verfügung steht. (Der Schreibende hatte Geschichte im Gymnasium schon mit Leidenschaft verfolgt und genossen, danach einige Semester VWL (im Nebenfach) studiert (UNIZH, Prof. Schneider), aber in diesen Jahren NIE nur ein Wort von John Law gehört, die Assignaten wurden zwar im Rahmen der Franz. Revolution mal angesprochen, die Wichtigkeit der Edelmetalldeckung erwähnt, wenigstens das, mehr aber nicht.)

Es müsste ein Fach Wirtschaftsgeschichte mit diesen relevanten Inhalten eingeführt werden; denn nicht einmal die einen Meister in Geschäfts-Verwaltung (MBA) abschliessenden HSG, oder UNIZH BWL, Absolventen haben von Giralgeld (Luftgeld) und diesen Themata im Detail je gehört, wie persönliche Umfragen zeigen.

Noch einwenig Wirtschaftsgeschichte:

Vorläufer französischen Papiergelds

1716 eröffnete John Law die Banque Generale; 1718 wird die Banque Generale von der Regierung erworben und umbenannt in Banque Royale. 1720 bricht das von John Law zur Minderung der französischen Staatsschuld geschaffene System der Papiergeldemission zusammen.

1790 beschloss die Nationalversammlung die Ausgabe von Assignaten, welche durch die von den Revolutionären konfiszierten Kirchengüter gedeckt sein sollten. Durch seinen permanenten Wertverlust wollte 1797 kaum noch jemand Papiergeld akzeptieren. Assignaten und ihre Nachfolgewährung, die Territorialmandaten, wurden aufgegeben, Münzgeld kehrte zurück (!). Nach http://de.wikipedia.org/wiki/Banque_de_France

So genug gelesen für jetzt?

Persönliches Fazit?

Jeder Mensch, alle Ereignisse in deinem Leben sind da, weil du selbst sie angezogen hast. Was du damit anfängst ist deine Sache. (Richard Bach)  link: aktuelle Silber und Gold Kurse

Hier folgt der Humor ist, wenn man trotzdem lacht Bereich:

100 HumRo = 1 Scherzbatzen:

2012 – 2014 Uebrigens bei den neuen Noten blieb man beim allseits bekannten „bewährten“ Debakelsystem, oder Deb-Malzi-System* (Dezimalsystem wäre das Zehnersystem (…)), bei den schon in der Druckerpresse liegenden Noten mit 100 DebaKel = 1 FiasKo.

Es zeichnet sich allerdings schon ab, dass nach der ToM (Theory of mind (ToM) is the ability to attribute mental states—beliefs, intents, desires, pretending, knowledge, etc.—to oneself and others, and to understand that others have beliefs, desires, and intentions that are different from one’s own).

das also nach der ToM (s. Onkel ToMs Huette) der griech Oiro sich – va. zart gerollt – als freilandfreier IsolaTor für sensible Gehörgänge vieler Teilnehmer von Nationalrats-Sessionen (BERN, Schweiz) und BundesTagsAbgeordneten Kränzchen (BERliN, D) nützlich erweist.

* Null Korrelation mit dem „Dezimalsystem“ (Erfinder Zehnrich „Dezi“ Müller, Meister der Mahltechnik (altdt. Schreibweise, kommt etymologisch von „Hopfen und Mahlts (neudeutsch: Malz) Gotts erhalt´s“. „Deb“ für Debit (Schuld).  ProSit!

SIE möchten auch gestalterisch, kreativ, sein: Schauen Sie doch einmal(z) unverbindlich rein hier.

Hirni

Von Jean Paul, der sicher damals von John Law gehört hatte und selbst die Zeit der Assignaten miterlebt hatte, er lebte von 1763 bis 1825, ist ein Zitat überliefert:

Wenn ihr die Augen nicht braucht, um zu sehen,

werdet ihr sie brauchen, um zu weinen!

Das Auge alleine macht es bekanntlich noch nicht, es wird in der aktuellen Wissenschaft dem Hirn zugeschrieben, das Denken.

Dazu ein schönes Bild vom Plakat vom Paradeplatz Zürich während des ersten #occupy Paradeplatz Anlasses vom 15.10. bis 17.10.2011 aus der Tagesschau von SF1 hirni

< Für heute schalten wir das Hirni ein! >

occupy Paradeplatz Zuerich Plakat hirni einschalten

Unser Kommentar: Bitte eingeschaltet lassen!

und, wie sagte schon der alte JWvG

Es ist nicht genug, zu wissen, man muss auch anwenden;

es ist nicht genug, zu wollen,

man muss auch tun.“

Johann Wolfgang von Goethe (Werk: Wilhelm Meisters Wanderjahre)

Jean Paul bei wikipedia:  (* 21. März 1763 in Wunsiedel; † 14. November 1825 in Bayreuth; eigentlich Johann Paul Friedrich Richter) war ein deutscher SchriftstellerMehr

John Law – Papiergeld und mehr

John Law (“Erfinder” des Papiergelds in der europäischen Neuzeit)

Das entscheidend Neue an Laws Vorgehen war, nicht nur Edelmetalle, sondern auch Grundvermögenmit dessen in der Zukunft liegenden Ertragsaussichtenzur Deckung des Notenumlaufs heranzuziehen.
John-Law-1671-1729

John Law of Lauriston (* 16. April 1671 (getauft 21.04.1671)  in Edinburgh; † 21. März 1729 in Venedig) war ein schottischer Nationalökonom und Bankier.

Videos zu John Law (arte):

Inhaltsverzeichnis

Lebenslauf

John Law war das fünfte von zwölf Kindern des Innungsmeisters der Goldschmiede von Edinburgh und Geldverleihers William Law. Nach Schulbesuch in seiner Heimatstadt und einem Internat ging er – bald nach dem frühen Tod des Vaters (1688) – nach London. Dort betätigte er sich als professioneller Glücksspieler. Die Fähigkeit, Gewinnchancen mit verblüffender Geschwindigkeit zu kalkulieren, hatte er sich wohl mittels Lektüre (Antoine Arnauld, Jakob Bernoulli) und genauer Beobachtung antrainiert; seine Begabung als brillanter Kopfrechner half dabei entscheidend. 1694 wurde er wegen eines Duells mit tödlichem Ausgang zum Tod verurteilt und flüchtete während der Berufungsverhandlung auf den Kontinent. In den folgenden Jahren studierte Law das Finanzsystem der Bank von Amsterdam und lernte den britischen Thronprätendenten James III. kennen. In Paris wurde Madame Katherine Seigneur, geb. Knowles, seine Geliebte; mit ihr floh er vor Neidern nach Venedig. Nach einem Jahrzehnt im Exil war er zurück im noch unabhängigen Schottland, um es vergeblich vor der Finanzkatastrophe aus dem Darién-Projekt zu retten. Sein Plan zu einer Reform der Finanzverfassung wurde abgelehnt; als die Vereinigung der Parlamente Englands und Schottlands drohte, ging Law (der in England weiterhin als flüchtiger Verbrecher galt) wieder auf den Kontinent.

Durch Glücksspiel „erarbeitete“ er sich in Paris ein Vermögen und wurde 1707 ein Freund Philipps von Orléans, des Regenten Frankreichs (ab 1715). Von 1716 an konnte er in Paris endlich seine geldpolitischen Ideen in die Praxis umsetzen, was in der Mississippi-Spekulation resultierte. Als einer der Hauptaktionäre der von ihm kontrollierten Gesellschaften wurde er nicht nur schwerreich, sondern auch der Star von Paris. 1717 war die Mordaffäre durch Begnadigung seitens des englischen Königs bereinigt worden, Ende 1719 konvertierte er zum katholischen Glauben. Bereits wenige Tage später wurde er zum Generalkontrolleur der Finanzen ernannt. In finanzieller Hinsicht war er damit der Herrscher Frankreichs und gleichzeitig – als Direktor der Mississippi-Kompanie – eines Drittels des nordamerikanischen Kontinents. Um seine gesellschaftliche Anerkennung zu stützen, gab er Unsummen für karitative Zwecke aus (so berichten übereinstimmend Liselotte von der Pfalz und Daniel Defoe).

Jedoch war das Ergebnis seiner Aktivitäten als Bankier und Finanzier des Staates eine geldpolitische Katastrophe. Als Law im Frühjahr 1720 Anlass hatte, an der Unterstützung durch den Regenten zu zweifeln, erlitt er einen Nervenzusammenbruch. Die Kinder wurden auf das Land gebracht, Katherine harrte bei ihm aus. Im Dezember 1720 flüchtete er über Brüssel nach Venedig; sein Vermögen war zunächst blockiert, dann übereignete er es als Schadenersatz der Kompanie. Im Herbst 1721 reiste er nach London – allein, denn Katherine und die Kinder durften Paris weiterhin nicht verlassen. Nach einer Episode als Geheimagent Englands in Aachen und München wandte er sich 1726 wieder nach Venedig, wo er sich als Gemäldehändler betätigte. Dort verstarb er 1729 an den Folgen einer Lungenentzündung. Law wurde in der ehemaligen Kirche San Geminiano bestattet, sein Grabmal befindet sich heute in der Kirche San Moisè.

Den Rest seines Vermögens (gesammelte Gemälde) erbten Katherine (mit der er nie verheiratet gewesen war) und die gemeinsamen Kinder.

Würdigung

Zu behaupten, John Law habe das Papiergeld erfunden, wäre unrichtig. Bereits von 1609 an hatte die Bank von Amsterdam Banknoten ausgegeben, wobei jahrzehntelang sorgfältig auf jederzeit ausreichende Deckung durch Münzen geachtet wurde. 1661 waren in Stockholm von einer privaten Notenbank Banknoten emittiert worden – hier jedoch mangels Vertrauens mit mäßigem Erfolg. Das entscheidend Neue an Laws Vorgehen war, nicht nur Edelmetalle, sondern auch Grundvermögen – mit dessen in der Zukunft liegenden Ertragsaussichten – zur Deckung des Notenumlaufs heranzuziehen. Law strebte an, mittels so geschaffenen Papiergelds Deflation zu verhindern und Handel und Gewerbe mit hinreichend Liquidität zu versorgen – ein erst im 20. Jahrhundert als geeignet anerkanntes Konzept.[1] Nach dem Platzen der Spekulationsblase 1720 waren jedoch seine Ideen für die darauffolgenden Generationen seriöser Geldpolitiker zunächst tabu. Karl Marx bezeichnete Law später als „eine Mischung aus Schwindler und Prophet.“[2]

Law war seiner Zeit weit vorausgeschritten. Erst nach den Erfahrungen mit der Hyperinflation in der völlig verarmten Weimarer Republik wagte man sich 1923 daran, den neuen Notenumlauf („Rentenmark“) mit der Ertragskraft (den „Renten“) der deutschen Landwirtschaft zu besichern, was bis zur Weltwirtschaftskrise auch Erfolg hatte. Spätestens seit den 1970er Jahren spielt die Deckung des Geldumlaufs mit Edelmetall weltweit keine Rolle mehr.

Bemerkenswert ist auch der sozialpolitisch revolutionär wirkende Versuch, zahllose Verbrauchsteuern durch eine einkommensabhängige Steuer zu ersetzen. Im feudal geprägten Frankreich seiner Zeit konnte diese Maßnahme keinen Bestand haben, denn sie hätte den Kleinverdiener entlastet und einflussreiche Großverdiener belastet.

Ein weiterer Aspekt seiner wirtschaftspolitischen Maßnahmen war der Versuch, sämtliche gewerblichen Monopole, die Notenemission und die Steuereintreibung aus privater Hand in staatliche Regie zu überführen. Damit, so hoffte er, könne die öffentliche Hand ausreichend Gewinn machen und ihre Verbindlichkeiten ablösen.

John Law war mit den führenden Wirtschaftspolitikern seiner Zeit einig, dass reichlicher und zügiger Geldumlauf für die Volkswirtschaft förderlich sei. Die inflationären Gefahren einer solchen Politik verlor man gerne aus den Augen. Law – als Sohn eines Geldverleihers – war sich dieser Gefahren wohl bewusst. Er konnte sich jedoch von 1719 an gegen einflussreiche Entscheidungsträger in Paris nicht mehr durchsetzen. Deren ungehemmte Ausweitung der Banknoten- und Aktienemission heizte die Spekulationsblase noch an, die in die Katastrophe führen sollte.

(Text aus aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie)

John Law war eine der faszinierendsten Persönlichkeiten seiner Zeit. Von attraktivem Aussehen, intelligent und charmant, mit tadellosen Manieren, gleichzeitig ein kühl kalkulierender Draufgänger, musste er in jedem Salon der Haute volée Europas Erfolg haben. An der Schwelle zwischen der rigiden Barockkultur Ludwigs XIV. und dem lasziven Rokoko stehend, verkörperte Law beide Seiten. Seine Vorstellung, mit einem einzigen Finanzkonglomerat die Wirtschaft eines ganzen Landes steuern zu können, entsprach noch völlig dem Denken des Sonnenkönigs. Mit seinem abenteuerlichen Privatleben jedoch leitete er bereits über zu der Welt Watteaus und erscheint uns als ein Vorläufer Giacomo Casanovas.

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Giacomo Casanova. Dem Herrn Neuhaus, der sehr oft unterwegs war in ganz Europa, damals zu einer Zeit, ohne Kreditkarten ohne Euro. Giacomo Girolamo Casanova (* 2. April 1725 in Venedig; † 4. Juni 1798 auf Schloss Duchcov (Dux) im Königreich Böhmen, heute Tschechien) war ein venezianischer Schriftsteller, Abenteurer und Libertin des 18. Jahrhunderts, bekannt durch die Schilderungen zahlreicher Liebschaften. Schon im 19. Jahrhundert tauchte die Figur Casanova in künstlerischen Werken auf.

Von dem (?) man mittlerweile ja weiss: „Ich bin nicht Kunde bei Wegelin & Co., weil ich nichts von langfristigen Beziehungen halte.“ w)

Eine Art der Privatwerbung vom WERTMETALL BLOG, 

weil wir es für eine sehr  gute Werbeidee halten, sehr witzig, in der sonst doch recht tristen Bankenwelt

Information:  wegelin bei wiki

[Nachtrag vom 27.01.2012: Leider ist nun wegen US Aktivitaeten die gesamte Bank in eine derart schwierige Situation gekommen, dass es am 27.01.2012 in den Medien hiess:

27. Januar 2012, 13:32, NZZ Online

Bank Wegelin kapituliert im Streit mit den USA

Raiffeisengruppe übernimmt den Grossteil des Privatkundengeschäfts

Die älteste Schweizer Privatbank, die 1741 gegründete St. Galler Bank Wegelin, gibt auf. Sie ist durch die angedrohte Klage der USA offenbar in eine derart schwierige Situation gekommen, dass sie sich zu diesem radikalen Schritt entschieden hat. Die Raiffeisen-Gruppe, die ebenfalls in der Stadt St. Gallen ihren Hauptsitz hat, übernimmt den Grossteil des Privatkundengeschäfts von Wegelin.

Wegen der grossen Risiken des US-Geschäfts erfolgt die Übernahme über einen Umweg: Der Grossteil der Kunden und Mitarbeiter wird in eine neue «Notenstein Privatbank» transferiert, die von Raiffeisen zu 100 Prozent übernommen wird. Über den Kaufpreis ist Stillschweigen vereinbart worden.]

Quelle  http://www.nzz.ch/ ]


02.02.2012. Jetzt wird die Rolle des Schweizer Bundesrats in der Sache näher analysiert: zB.

Im Editorial der Weltwoche 02.02.2012 schreibt der Chefredaktor Roger Köppel:

Wegelin:  Die zerstörte Bank scheint nichts Widerrechtliches getan zu haben. Enttäuschung über die USA.

Vertiefte Recherchen der Weltwoche lassen den Schluss zu, dass sich die kürzlich unter dem Druck amerikanischer Ankläger verkaufte Schweizer Privatbank Wegelin keine strafrechtlich relevanten Vergehen hat zuschulden kommen lassen. Weder nach amerikanischem noch nach schweizerischem Recht.

Die Bank wird von den Amerikanern beschuldigt, sich an einer conspiracy beteiligt zu haben, also an einer bandenmässigen Anstiftung amerikanischer Bankkunden zum Steuerbetrug. Letztlich hat der auf dieser Grund­lage entwickelte Klagedruck dazu geführt, dass die altehrwürdige Privatbank aufgetrennt und in Teilen verkauft werden musste. Die Drohung allein reichte, um den St. Gallern die Luft abzudrehen.

Nach Recherchen der Weltwoche gibt es bis heute keine Beweise, die eine Basis bilden könnten für den von den Amerikanern erhobenen Vorwurf der conspiracy. Um es in rechtlicher Hinsicht verständlich zu machen: Wenn der amerikanische Staat eine Schweizer Bank in Steuerdelikten vor den Richter bringen möchte, dann muss er ihr zwingend Anstiftung und aktive Beihilfe (conspiracy) zum ­Steuerbetrug und zu ähnlichen Vergehen nachweisen können. Gelingt ihm dies nicht, hat er keine Handhabe, gegen die Schweizer Bank vorzugehen.

Zum Vergleich: Der UBS konnten die US-Behörden stichhaltig nachweisen, dass sich die Bank aktiv an der Steuerumgehung von Kunden beteiligt hatte. Das bandenmässige Zusammenwirken zwischen Bank und US-Kunden liess sich zumindest in einigen Fällen beweisen. Nach unseren Informationen ist dies bei der Bank Wegelin nicht der Fall.

Was hat die Bank Wegelin getan? Sie hat in den Jahren 2008 und 2009 eine Reihe von US-Kunden unter anderem von der UBS übernommen. Nach unseren Recherchen hat sie sich nicht aktiv um diese Kunden bemüht. Sie scheint keine Amerikaner angeworben zu ­haben, es gab keinen speziellen US-Desk zur Betreuung von US-Kunden. Es lassen sich, soweit man das heute beurteilen kann, keine Hinweise finden, die zeigen würden, dass die Bank ­aktive Beihilfe oder gar Anstiftung zu Steuerdelikten gegeben hätte.

Gewiss: Es stimmt, dass Wegelin US-Kunden mit unversteuertem Geld annahm. Das mag unklug gewesen sein und politisch unsensibel vor dem Hintergrund der UBS-Affäre. Bevor man zu vorschnellen Verurteilungen greift, sollte man sich allerdings vor Augen halten: Nach Schweizer Recht ist es einer Bank verboten, zu Steuerdelikten anzustiften oder Beihilfe zu leisten. Die passive Annahme von unversteuertem Geld ist nach Aussage von Juristen weder in der Schweiz noch in Amerika verboten. Es gibt kein Gesetz, nach dem sich Wegelin strafbar gemacht hätte, und in Rechtsstaaten gilt nach wie vor der Grundsatz, dass es ohne Gesetz auch keine Strafe geben kann.

So verdichten sich die Hinweise, dass die Bank Wegelin zu Unrecht ins Visier der US-Behörden geraten ist. Pointierter ausgedrückt: Möglicherweise kam Wegelin nur deshalb unter Beschuss, weil die Amerikaner eine aggressive, sagen wir: imperialistische Auslegung der ­eigenen Steuergesetze vornahmen. Dass die Amerikaner dies taten, ist enttäuschend. Dass die Schweizer Behörden nichts dagegen unternahmen, ist erschütternd.

Der Bundesrat hat sich bisher im Wesentlichen darauf beschränkt, der enthemmten US-Justiz moralische Schützenhilfe zu gewähren. Finanzministerin Widmer-Schlumpf äus­serte sich schon im letzten Jahr kritisch über Schweizer Banken, die amerikanische UBS-Kunden aufgenommen hätten. Ihre Kollegen Schneider-Ammann und Leuthard verbreiten ebenfalls Verständnis für die skandalöse Neigung der Amerikaner, während Friedensverhandlungen den Schweizer Finanzplatz unter Feuer zu nehmen.

Chef-Unterhändler Michael Ambühl, beauftragt, mit den USA eine Gesamtlösung im Steuerstreit auszufechten, hatte bisher zwar keinen erkennbaren Erfolg, aber immerhin lässt er im Gespräch durchblicken, dass er die Angriffe weit fragwürdiger findet als seine Vorgesetzten im Bundesrat, die öffentlich die Schweizer Banken kritisieren und damit Ambühls Verhandlungsposition untergraben.

Das Unheimliche an den Vorgängen ist die schleichende Abwrackung von Rechtssicherheit und Bankkundengeheimnis in der Schweiz. Ohne dass die Stimmbevölkerung ­etwas dazu zu sagen hätte, werden vormals eherne Bestände unseres Rechtsstaats zu ­Grabe getragen. Die Behörden vermittelten phasenweise den Eindruck, als ob es sich bei den von uns jahrzehntelang gehätschelten US-Kunden um Schwerverbrecher handle, die man schleunigst auf einer Sondermülldeponie entsorgen müsse. Das abfällige Gerede über «amerikanische Steuerbetrüger», das bis hinauf in den Bundesrat gepflegt wird, ist eine Schutzbehauptung, die von der irritierenden Tatsache ablenken soll, dass die Regierung nichts dagegen unternimmt, wenn die US-Justiz auf dürrer Rechtsgrundlage einen Feldzug gegen den Schweizer Finanzplatz führt.

Natürlich ist die Frage nicht einfach zu beantworten, wie die Schweiz auf Drohungen der Supermacht Amerika reagieren soll. Die USA entwickeln eine zusehends abstossende Tendenz, ihr Recht grenzübergreifend anzuwenden. Erkennbar ist eine immer aggressivere Auslegung dessen, was eine Verletzung der amerikanischen Staatskassen bedeuten könnte.

Die Schweiz kann sich nicht mit Flugzeugträgern und Marschflugkörpern wehren, aber sie kann den eigenen Rechtsstandpunkt entschiedener zur Geltung bringen. Der Bundesrat muss sich spätestens jetzt geschlossen und einstimmig hinstellen. Jegliche Kritik an den ­eigenen Banken darf er privat äussern, aber ­sicher nicht öffentlich. Die Botschaft an die andern lautet, dass man es nicht dulden werde, dass die Amerikaner während der Verhandlungen weitere Banken attackieren. Der Zürcher Finanzprofessor Martin Janssen hat dazu bedenkenswerte Vorschläge eines Schutzschirms unter Beteiligung der Finanzmarktaufsicht und der Nationalbank entwickelt.

Wir wollen den Strafuntersuchungen nicht vorgreifen, aber nach heutigem Wissensstand sind wir mit der traurigen Tatsache konfrontiert, dass eine unbescholtene Schweizer Privatbank mit fragwür­digen Methoden kaputtgeklagt wurde, ohne dass sich die Schweiz dagegen zur Wehr setzte. Dass der Angriff ausgerechnet aus Amerika kam, betrübt ­alle, die in den Vereinigten Staaten, vielleicht ­naiv, den Inbegriff von Freiheit, Marktwirtschaft und Rechtsstaatlichkeit gesehen haben.

[Quelle]

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Einzelbelege John Law

  1. „Verkehrt an John Law war nicht, daß er Zahlungsmittel in vacuo schuf, sondern daß er sie für Zwecke verwandte, die scheiterten.“ Joseph A. Schumpeter: Konjunkturzyklen. Eine theoretische, historische und statistische Analyse des kapitalistischen Prozesses. Bd. I, Göttingen 1961, S. 122 (engl. Business Cycles. A Theoretical, Historical, and Statistical Analysis of the Capitalist Process. New York 1939)
  2. Paul Strathern. A Brief History of Economic Genius. Thomson Texere, New York, 2001 ISBN 1-58799-189-6 S. 56.

Werke

  • Money and Trade Considered – With a Proposal for Supplying the Nation with Money, 1705 [1]

Literatur

Fachliteratur

  • Kwass, Michael: Privilege and the Politics of Taxation in Eighteenth-Century France: Liberté, Egalité, Fiscalité, Cambridge 2000.
  • Murphy, Antoin E.: John Law. Ökonom und Visionär, Düsseldorf 2002.
  • Sonenscher, Michael: Before the Deluge. Public Debt Inequality and the intellectual Origins of the French Revolution, Princeton 2007.
  • Lüthy, Herbert: La Banque Protestante en France de la Révocation de l’Édit de Nantes à la Révolution (1685-1794), 2 Bde., Paris 1959/1961.

Weblinks

 Commons: John Law – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgänger Amt Nachfolger
Henri Jacques Nompar de Caumont, duc de La Force Generalkontrolleure der Finanzen
5. Januar 172028. Mai 1720
Michel Robert Le Peletier des Forts
Personendaten
NAME Law, John
KURZBESCHREIBUNG schottischer Nationalökonom und Bankier
GEBURTSDATUM 16. April 1671, evtl.  21. April 1671
GEBURTSORT Edinburgh
STERBEDATUM 21. März 1729
STERBEORT Venedig
w) Wegelin & Co. Werbung, s. oben: WobeiDER Casanova, der Giacomo Girolamo, auch nicht Kunde hätte werden können bei „Wegelin & Co.“, da die Privatbank Wegelin damals noch nicht so hiess, als die Co. 1741 gegründet wurde. Aber das tut der WerbeIdee keinen Abbruch, sie bezieht sich ja keinesfalls nur auf diesen Casanova, sondern auf alle „Neuhaus“ dieser Welt, die nichts von langfristigen Beziehungen halten 🙂

Frankenabwertung 1931, 27.09.1936, …, 06.09.2011, …

1931 wurde der seit 1850 lang gleichgebliebene Silbergehalt im Fünfliber (5 fr.) um volle 44,33 % reduziert, von 22.5 auf 12.525 Gramm!

Im Detail: Von 25 gr Münzgewicht mit 0,900er Silbergehalt (22,5 gr .999), 1850 – 1928, auf 15 gr Münzgewicht mit 0,835 Silbergehalt (12.525 gr .999), die NutzerInnen haben dies physisch sehr wohl gespürt, ob 25, oder 15 Gramm MünzGewicht, dadurch haben sie weniger ausgegeben, was wiederum zu einer Stagnation führte, etc., etc.

27.09.1936: 30% Frankenabwertung

Durch den BRB (BundesRatsBeschluss) vom 27.09.1936 wurde der Franken um ca. 30 % abgewertet.

06.09.2011: Euro-Franken-Kurs, 1 € = CHF 1.20

Im Einzelnen:

1931 wurde der seit 1850 lang gleichgebliebene Silbergehalt im Fünfliber (5 fr.) um volle 44,33 % reduziert, von 22.5 auf 12.525 Gramm. Im Detail von 25 gr Münzgewicht mit 0,900er Silbergehalt (22,5 gr .999), 1850 – 1928, auf 15 gr Münzgewicht mit 0,835 Silbergehalt (12.525 gr .999), die NutzerInnen haben dies physisch sehr wohl gespürt, ob 25, oder 15 Gramm MünzGewicht, dadurch haben sie weniger ausgegeben, was wiederum zu einer Stagnation führte, etc., etc.

27.09.1936: 30%

Durch den BRB (BundesRatsBeschluss) vom 27.09.1936 wurde der Franken um ca. 30 % abgewertet,

Von 1865 bis 1927 war die Schweiz Mitglied der Lateinischen Münzunion, was bedeutete, dass Gold- und Silbermünzen aus Frankreich, Belgien, Italien und Griechenland in der Schweiz als offizielle Zahlungsmittel zirkulierten. Die Bestimmungen der Münzunion legten fest, dass die Einheit der jeweiligen Landeswährung 4,5 Gramm Silber oder 0,290322 Gramm Gold entsprach. Sogar nachdem die Union in den 1910er Jahren bedeutungslos geworden war und 1927 offiziell endete, blieb die Goldparität für den Schweizer Franken erhalten, bis dieser 1936 als Folge der Weltwirtschaftskrise um 30 Prozent abgewertet werden musste.http://de.wikipedia.org/wiki/Schweizer_Franken


06.09.2011: Euro-Franken-Kurs, 1 € = CHF 1.20

Zitat:[1 ]«Nationalbank legt Mindestkurs von 1.20 Franken pro Euro fest:Die gegenwärtig massive Überbewertung des Schweizer Frankens stellt eine akute Bedrohung für die Schweizer Wirtschaft dar und birgt das Risiko einer deflationären Entwicklung. Die Schweizerische Nationalbank strebt daher eine deutliche und dauerhafte Abschwächung des Frankens an. Sie toleriert am Devisenmarkt ab sofort keinen Euro-Franken-Kurs unter dem Mindestkurs von 1.20. Die Nationalbank wird den Mindestkurs mit aller Konsequenz durchsetzen und ist bereit, unbeschränkt Devisen zu kaufen. Der Franken ist auch bei 1.20 pro Euro hoch bewertet und sollte sich über die Zeit weiter abschwächen. Falls die Wirtschaftsaussichten und die deflationären Risiken es erfordern, wird die Nationalbank weitere Massnahmen ergreifen.» Schweizerische Nationalbankam 6. September 2011

Eigenartigerweise, dh. eigen(un)artigerweise lernt die Mehrheit der Menschen nichts dazu, kann das sein?

Es gibt einerseites schlüssige Lösungen, Silvio Gesell lässt grüssen, einer seiner professionellen Botschafter war Hermann Benjes (* 27.4.1937 – † 24.10.2007), seit Jahren ist Prof. Bernd Senf sehr aktiv, zB.

„Alle 15 Jahre verdoppelt sich durch Zinsen das Geldvermögen“,

sagt der Volkswirtschaftler Bernd Senf, nach seiner Ansicht wird eine neue Wirtschaftskrise kommen, wenn sich nichts Grundlegendes am Zinssystem ändert.

Doch wie kann man das Zins- und Geldsystem so ändern, dass eine neue Krise verhindert wird? Das Gespräch mit Bernd Senf und die Antwort auf die Frage (!) können Sie hier hören. [mehr].

Andererseits ist alles schon mal dagewesen, wobei dies erst dank Internet der breiten Oeffentlichkeit zur Verfügung steht. (Der Schreibende hatte Geschichte im Gymnasium schon mit Leidenschaft verfolgt und genossen, danach einige Semester VWL (im Nebenfach) studiert (UNIZH), aber in diesen Jahren NIE nur ein Wort von John Law gehört, die Assignaten wurden zwar im Rahmen der Franz. Revolution mal angesprochen, die Wichtigkeit der Edelmetalldeckung erwähnt, wenigstens das, mehr aber nicht.)

Es müsste ein Fach Wirtschaftsgeschichte mit diesen relevanten Inhalten eingeführt werden; denn nicht einmal die einen Meister in Geschäfts-Verwaltung (MBA) abschliessenden HSG, oder UNIZH BWL, Absolventen haben von Giralgeld (Luftgeld) [dazu prägnant kurz, klar, stimmig über Prof. Franz Hörmann] und diesen Themata im Detail je gehört, wie persönliche Umfragen zeigen.

Noch einwenig Wirtschaftsgeschichte:

Vorläufer französischen Papiergelds

1716 eröffnete John Law die Banque Generale; 1718 wird die Banque Generale von der Regierung erworben und umbenannt in Banque Royale. 1720 bricht das von John Law zur Minderung der französischen Staatsschuld geschaffene System der Papiergeldemission zusammen.

1790 beschloss die Nationalversammlung die Ausgabe von Assignaten, welche durch die von den Revolutionären konfiszierten Kirchengüter gedeckt sein sollten. Durch seinen permanenten Wertverlust wollte 1797 kaum noch jemand Papiergeld akzeptieren. Assignaten und ihre Nachfolgewährung, die Territorialmandaten, wurden aufgegeben, Münzgeld kehrte zurück (!). Nach http://de.wikipedia.org/wiki/Banque_de_France

So genug gelesen für jetzt?

Persönliches Fazit?

Jeder Mensch, alle Ereignisse in deinem Leben sind da, weil du selbst sie angezogen hast. Was du damit anfängst ist deine Sache. (Richard Bach)