„Davon haben wir nichts gewusst!“ (Artikel uhupardo)

Neuauflage: „Davon haben wir nichts gewusst!“

dazu sehr lesens- und nachdenkenswert

„Die da oben werden es schon richten!“

Das hat sich erledigt, stimmen Sie mir zu? Sie werden es nicht richten.

„Das ist alles sehr kompliziert, davon verstehe ich nichts!“

Das hat man Ihnen und mir über Jahrzehnte eingeredet. So lange, bis wir es selbst geglaubt haben.

Stimmt nur nicht, das Herrschaftswissen wurde so perfekt verklausuliert, dass wir alle glaubten, wir seien schlicht zu doof dafür. Nun stellt sich heraus: Alle sind zu doof, wie Georg Diez perfekt erkannt hat.

„Davon haben wir nichts gewusst!“

Dieser Satz zeichnet sich erneut am Horizont ab, er dürfte bald wieder Mode werden, wie zu befürchten ist.

Wie beim letzten Mal wird er nicht stimmen. Wie beim letzten Mal wird er die Übersetzung haben: Wer nicht wusste, wusste nicht, weil er nicht wissen wollte. Weil er weggeschaut hat, wo man hätte hinschauen müssen.

http://www.youtube.com/watch?v=LA3OY_cTsvs

Die „pluralistische Ignoranz“, wie Andreas Popp das nennt, sorgt dafür, dass wir aus unserer Beobachtungsposition nicht herauskommen wollen und lieber in Political Correctness verharren.

In der Sozialpsychologie kennen wir den Begriff der pluralistischen Ignoranz, der den Zustand der zu beobachtenden Passivität der Masse erläutert. Wenn Menschen erleben, dass eine schwer einzuschätzende Situation aufgetreten ist, diese aber nicht analysieren können, gehen sie in eine Beobachtungsposition über, um zu ermitteln, wie ihre Mitmenschen reagieren. Diese aber haben ebenfalls diese Haltung eingenommen und achten darauf, ob etwas geschieht. So entsteht eine pluralistische Ignoranz. Selbst bei dramatischen Verwerfungen oder Notfällen ergreifen dann die Menschen keine Initiative, obwohl es deutlich angezeigt wäre. Die Machtsysteme können durch gezielte Überinformationen und sich widersprechende Nachrichten diesen passiven Zustand der Menschen aufrechterhalten. (aus http://www.wissensmanufaktur.net/tag-x von silbermuenzgeld eingefügt)

Dabei wäre jetzt erstmals die Chance, sich aktiv einzubringen, denn nie vorher sind so viele Systemkritiker offen zu Wort gekommen, sogar in öffentlich-rechtlichen Programmen.

Sie und ich haben es selbst in der Hand! Sich selbst einbringen, den Mund aufmachen … oder nachher wieder von nichts gewusst haben. Wie beim letzten Mal: Sie werden es ihren Kindern und Enkeln selbst erklären müssen! Das wird Ihr persönlicher Tag X – nach dem Tag X, der uns allen gerade droht.

(Wer die Textausgabe des youtube-Vortrags von Andreas Popp bevorzugt, findet sie hier.) http://www.wissensmanufaktur.net/media/pdf/tag-x.pdf

6 Kommentare zu Neuauflage: „Davon haben wir nichts gewusst!“

Hinweis: Diese Kommentare sind vom OriginalBlog http://uhupardo.wordpress.com/2011/10/28/neuauflage-davon-haben-wir-nichts-gewusst/   Der Artikel wurde hier veroeffentlicht, da es öfter vorkommt, dass rein nur verlinkte Artikel eines Tages nicht mehr am Ort des an sie verweisenden linls sind 🙂 und das wäre bei solchen Perlen einfach nur schade, sehr!

  1. Mir ist im Laufe des letzten Jahres erst klar geworden, in welcher Matrix wir leben. Und ja, es wird Zeit, dass wir unsere Verantwortung nicht mehr durch den Wurf unseres Wahlzettels in die Urnen abgeben!

  2. uhupardo sagt:

    „Einer mehr“ ist die beste News, die ich überhaupt kenne, Dr. Bartonitz. Am liebsten täglich.

  3. birkental sagt:

    Im Jahre 1754, als die Elektrizitätslehre noch ein Teilgebiet der Medizin war, stellte Giuseppe Veratti, Ordinarius der Medizin in Bologna, auf seinem Institut den ersten Blitzableiter Italiens auf. Veratti, verheiratet mit der renommierten Physikerin und Philosophin Laura Bassi, wusste sehr genau, was er tat. Dennoch musste wegen der protestierenden verängstigten Nachbarschaft der Blitzableiter wieder demontiert werden.

    Die bekannte Gefahr wurde der unbekannten Entdeckung vorgezogen.

    Die EZB trägt die Uniform der Feuerwehr. Sie hat kein Interesse an einem Blitzableiter. Die ‘pluralistische Ignoranz’ ist möglicherweise so ignorant nicht, jedoch das Vertrauen auf prestigeträchtige Hierarchie angesichts irrationaler Spannungsentladungen.

    • uhupardo sagt:

      Ein interessanter Beitrag, birkental, vielen Dank dafür.

      Wir sind darüber einig, dass die Angst vor allem Neuen, jeder Veränderung tief sitzt, manchmal auch Lähmung verursacht.

      Der Blitz und die entsprechenden Schutzmassnahmen entscheiden sich wesentlich von der gegebenen Situation. Ein Blitz produziert sich eines Tages hoch über mir oder nicht. Wenn er sich entlädt, kann er mich treffen oder nicht. Der Blitz ist eine reale Gefahr, von der ich theoretisch weiss. Ich kann mich gegen sie schützen oder hoffen, dass ich davon nie betroffen sein werde. Die Chancen stehen gut.

      In der aktuellen Situation ist die Gefahr jedoch für alle vorhersehbar. Es ist nichts, was uns (be)treffen kann oder nicht. Dieser Blitz ist sichtbar, kündigt sich an und wird, davon bin ich leider überzeugt, mittelfristig einschlagen.

      Es gibt genug Menschen, die schon lange davor warnen, dass ein Zins- und Zinseszinz-gesteuertes System, das aus seiner Natur heraus denen immer mehr zuschustert, die verleihen können, und das alle sozialen Ungerechtigkeiten in vielen Teilen des Planeten klaglos in Kauf nimmt, alle 60 oder 70 Jahre abstürzen muss, weil es nicht anders möglich ist. Der Reset wird also kommen müssen, unausweichlich.

      Die Entscheidung, die wir jetzt zu fällen haben, ist eine einzige: Nicht etwa, wie man den Crash vermeidet, dazu ist es nach meiner Ansicht längst zu spät. Sehr wohl haben wir es aber in der Hand, die Zeit bis dahin zu nutzen und zu überlegen, wie der Neuaufbau aussehen müsste und könnte, um nicht vom Regen in die Traufe zu geraten. Oder wir legen die Hände in den Schoss und starren gelähmt auf die Schlange. Das muss sich jeder selbst aussuchen.

      • birkental sagt:

        Da scheine ich mich missverständlich ausgedrückt zu haben. Es geht mir nicht um den Blitz als Bedrohung – dieser ist wirklich Schicksal – sondern um ein Schutzsystem vor Bedrohung, welches durch unkonventionelle Einsicht selbst bedrohlich wirkt.

        Ansonsten bedanke ich mich für die zusammengetragenen und kommentierten Beiträge, die Licht in obskure Verhältnisse bringen. Wie Regen und wie Traufe in Zukunft aussehen kann, vermag ich mir jedoch nicht vorzustellen; sowenig wie das Berühren eines Blitzes.

      • uhupardo sagt:

        „… sondern um ein Schutzsystem vor Bedrohung, welches durch unkonventionelle Einsicht selbst bedrohlich wirkt.“

        Ein kluger Satz, der das ganze aktuelle Dilemma zusammenfasst. Allerdings ist Schutzsystem definitionspflichtig.

        Unkonventionelle Einsichten wirken bedrohlich, selbstverständlich. Der Weg, bei dem man nur den ersten Schritt kennt und selbst entscheidet, der Rest liegt im Nebel und zum guten Teil in den Händen des Schicksals.

        Nur: Wem sollte ich die Entscheidung über die Zukunft überlassen? Einem Schäuble, der gerade 55 Milliarden „gefunden hat?

        http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,794694,00.html

        Einem alten Mann in Rom, der nicht mal seinen eigenen Lümmel im Griff hat (nein, ich meine nicht den Papst, obwohl …) und sein Land dadurch regiert, dass er immer mehr veröffentlichte Meinung zusammenkauft? Der Politik, die an alten Stellschrauben dreht, die moderne Krankheiten längst nicht mehr zu heilen in der Lage sind?

        Unkonventionelle Einsichten sind sicher bedrohlich, doch sie sind – ausser dringend nötig – auch ungemein spannend und erweitern den Horizont.

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