Bundesratswahl Schweiz aktuell 08.12.2011 Weltwoche Zuppigers Erbsünde

Glück gehabt! Soeben noch das letzte am Bahnhofskiosk am Bahnhof Hinwil * erhältliche Exemplar der aktuellen Ausgabe der Weltwoche ergattert (kein Scherz!).

* Hinwil – im beschaulichen Zürcher Oberland – ist die Gemeinde, die, falls der SVP Kandidat Bruno Zuppiger gewählt worden wäre einen „GROSSEN Bahnhof“ veranstaltet hätte.

THEMA: Die schweizerische Bundesratswahl

Da heisst es mit dem Titel

Zuppigers Erbsünde

(Von Urs Paul Engeler):  „Zehn Jahre lang benutzte Bruno Zuppiger eine Erbschaft, die er zu verteilen ­gehabt hätte, als Selbstbedienungsladen. Erst unter dem Druck drohender Strafklagen zahlte er aus. Für Zuppiger wurde die Sache «ohne Schaden für Dritte» geregelt.“

Recht fragwürdig ist, wie im Artikel abgebildete Briefe, zB. der Auftrag an die ZKB, oder ein Kontoauszug der ZKB (Zürcher Kantonalbank) – sollten diese echt sein, wovon auszugehen sein dürfte –   in die Hand der Weltwoche gelangten.

In den Kommentaren stellen die Schreibenden Fragen, die unserer Meinung nach einigen Sinn machen, wie zB. Ernst Diem: „Indes soll sie [die Weltwoche] – mit Beweisen – belegen, seit wann sie von der Sache weiss. (Nicht ganz unwichtig…)“

worum geht es wirklich? zB.

  • die Auflage zu steigern (s. oben, „Soeben noch das letzte am Bahnhofskiosk …  erhältliche Exemplar der aktuellen Ausgabe der Weltwoche ergattert (kein Scherz!).“?
  • Zuppigers Politkarriere ein Ende zu bereiten, weil andere SVP Streiter ihn evtl. nicht besonders mögen?
  • ist es eine Attacke aus einem anderen Politlager, wo die als „eher pro SVP“ bekannte „Weltwoche“ sich vor den Karren spannen lässt?
  • …..
  • ….
  • ..
  • .

Bis dato (08.12.2011, 16:45) sind auf der site der weltwoche.ch  folgende Kommentare eingegangen:

Kommentare

  • George Lips
  • 08.12.11 | 21:58 Uhr

Ich sehe mit grösstem Interesse der Verlautbarung von Chr.Blocher entgegen, der als Führungsfigur (Chefstratege!) diese miese Geschichte mitzuverantworten hat. Blocher ist zwar einer der wenigen, der Fehler zugeben kann. Trotzdem, hier haben wir eine selbstverschuldete Situation, ein grösseres Geschenk konnte die SVP all ihren Gegnern nicht machen. Sie wird massiv Stimmen verlieren, trotz ihrer richtigen Ziele.
Ueberhaupt, dass man gewagt hat, diesen erfolglosen Zuppiger vorzusetzen, ist schon eine grosse Dummheit. Seine Führungserfahrung erschöpft sich in schlechter Führung eines Miniladens.

  • Rainer Selk
  • 08.12.11 | 19:24 Uhr

Was man da lesen darf, ist dicke Post und es ist gut, kommt das jetzt heraus.

Das Ganze hat eine rechtliche und ethische Komponente. Die rechtliche sollen die zuständigen Behörden abklären. Bis dahin gilt Unschuld.

Die ethische Komponente verlangt eine Nichtwahl von B. Zuppiger. Der ist heute von seinem BR Mandat zurückgetreten.

Daran sollte sich Intrigantin BR Evelyne-Widmer Schlumpf mal eine Scheibe abschneiden, denn deren Ethik ist alles andere als in Ordnung.

  • Robert Erni
  • 08.12.11 | 19:19 Uhr

Die SVP kommt mir vor wie ein Fussballclub, der sich rühmt viele Vereinsmitglieder in seinen Reihen zu haben. Ein Club,der in den unteren Ligen spielt und es versäumt die Talente in der Jugendmannschaft zu fördern. Wo sind in der SVP junge, dynamischen SVP Politiker, die zu höheren Weihen fähig sind?

  • George Lips
  • 08.12.11 | 18:39 Uhr

SVP Dilettantismus und einen Erzbauern als BR-Kandidat.Die SVP demontiert sich selbst., mit Erfolg.Jetzt wird die SVP Stimmen verlieren. Da kann sie machen was sie will. Nach diesem Dilettantismus bei der Kandidat4enauswahl und als „Rettung“ den has been Walther vorzuschlagen ist ja wirklich lächerlich.Walther ist einer der 35 BAuernvertreter im Parlament. Wir wollen endlich dass der Mittelstand, mit dessen Steuern die BAuern alimentiert werden, in der SVP das Sagen haben. Nicht diese Suvrentionsempfänger. Weer zahlt befiehlt ist immer noch richtig.

  • Markus Gnädinger
  • 08.12.11 | 18:30 Uhr

Gratulation für den ausgezeichnet recherchierten Artikel. Damit hat sich die WELTWOCHE definitiv als unabhängiges Wochenblatt positioniert. Ich freue mich schon auf weitere schonungslos Recherchierte Enthüllungen.

  • Peter Kuehnis
  • 08.12.11 | 17:56 Uhr

fein eingefädelt von der SVP @Herr Theler ? – Grotesk nun zu hören dass Hansjörg Walter kandidieren *muss*, der seinerzeit sich mit seiner eignen Stimme nicht hat zum Bundesrat machen dürfen wäre der ja sonst aus der SVP ausgeschlossen worden. – Aber dass die SVP
längst nur noch für die nächsten 4 Jahre Aengstliche und Rechte an sich binden will und nicht mitregieren ist wohl jedem klar – auch wenn nicht klar ist wer die WW dazu aufforderte Zuppiger zu erlegen.

  • Jürg Brechbühl
  • 08.12.11 | 17:44 Uhr

1.) Besser wir erfahren das jetzt als in drei Jahren wenn ein „Bundesrat Zuppiger“ womöglich mit Deutschland ein Steuerabkommen aushandeln müsste.  [Anmerkung: Da haben „wir Schweizer“ mal noch wieder Glück gehabt, denn dann hätte es wieder einmal geheissen: „Schau mal, die Schweizer“ (…)]
2.) Soll noch einer behaupten, die Weltwoche sei das Hausblatt der SVP!

Danke für die Reportage, als Schweizer kann man auch stolz sein, dass einer mit einer solchen Gaunerei nicht einfach davonkommt.

Zuppiger sollte als Nationalrat zurücktreten.

  • Huldrych Schmid
  • 08.12.11 | 16:53 Uhr

hier die erfolgsstrategie: gerhard pfister in die partei aufnehmen und als bundesrat nominieren; ; nicht so sexy vieleicht, aber für’s land bei weitem besser als köppel’s spuhler/blocher deal; und um welten besser als jetzt nochmals hansjörg walter ins rennen schicken !!

  • Ronny Petersen
  • 08.12.11 | 16:28 Uhr

Die ganze Geschichte erinnert mich an die Affäre Näf mit Samuel Schmid: Nur nicht genau hinschauen, anstelle detailliert abzuklären, was dahinter steckt. Und jetzt wird die ganze Sache schöngeredet. Eigentlich unglaublich, dass diese Fehleinschätzung ausgerechnet dem SVP-Präsidium unterläuft. Das da Munition drin ist sollte eigentlich jedem klar sein.

  • Rudolf Zwahlen
  • 08.12.11 | 15:41 Uhr

Daher gilt für SVP-Bundesratskandidaten:Es muss jamand sein der für linke Parteien nicht wählbar ist,sonst wird die Partei unglaubwürdig.Mit Mitgliederschwund als Folge.Danke an Herrn Engeler!Das ist Journalismus!Man stelle sich vor,so etwas wäre nach den Wahlen bekannt geworden.
Das wäre wieder ein BR der Linken geworden,wie Frau Widmer.Die haben sich sicher schon gefreut oder würden sich bei einer Wahl freuen.Ich verstehe die Parteiführung nicht. Hearings nützen
auch nichts.Schade um die Zeit.

  • Tobias Schindler
  • 08.12.11 | 12:22 Uhr

Wenn ich gewisse Beiträge hier lese muss ich mich doch sehr wundern. Unter der Voraussetzung, dass der Bericht der Weltwoche stimmt, hat sich Zuppiger schlicht und ergreifend strafrechtlich relevant verhalten. Unterschlagung und Betrug sind keine Kavaliersdelikte.
Wer argumentiert, dass sei eine Privatsache, der sollte auch gelten lassen, dass der Missbrauch der Sozialwerke ebenfalls Privatsache ist. Betrug ist Betrug und muss bestraft werden. Unabhängig von Parteibuch oder sonstiger Ausrichtung.

  • Rudolf Meier
  • 08.12.11 | 11:01 Uhr

Dass Zuppiger, inzwischen von den Medien auf den Vorfall angesprochen, das als Fehler den scheinbar seine Firma begangen habe herunterspielt, ist ein ganz dicker Hund! Falls die SVP Führung die Details dieses Vorfalles im Vorfeld kannten, haben sie sich sehr grossen Schaden zugefügt.

  • Robert J. Jörg
  • 08.12.11 | 09:41 Uhr

Ich hab’s mit Herrn Diem und möchte zu gern wissen, seit wann die Weltwoche Kenntnis hat. Im Übrigen spielt es keine Rolle. Wer den Parteispitzen der CVP und der SP zugehört hat weiss, dass längst beschlossen ist, keinen SVP-BR zu wählen. Sei der Kandidat nun „valabel & wählbar“ oder ein als „Hardliner“ beschimpfter. Ist Ihnen schon mal aufgefallen, dass es Hardliner und stramme Parteisoldaten nur bei der SVP gibt?

  • André Theler
  • 08.12.11 | 08:46 Uhr

Das ist ja fein eingefädelt von der SVP.
Desavouiert ihren eigenen Bundesratskandidat, damit sie im Fall einer doch sehr wahrscheinlichen Nichtwahl eines zweiten Bundesrates, die Märtyrer Rolle spielen kann, welche Ihnen wieder zu alter Grösse verhelfen soll. Clever
Die Dolchstosslegende lässt grüssen.

  • Regula Niederer
  • 08.12.11 | 08:41 Uhr

Interessant wäre ja auch zu erfahren, w e r den Vorgang der „Weltwoche“ zugänglich gemacht hat…

  • Franz X. Bachmann
  • 08.12.11 | 05:36 Uhr

Zuppiger? Ante Portas oder sonst noch was!

  • Claudia Zehnder
  • 08.12.11 | 04:09 Uhr

Ist doch egal. Widmer-Schluepfrig hat auch einen zweifelhaften Charakter und ist trotzdem gewaehlt worden. Die Linken moegen das.

  • Meinrad Flury
  • 08.12.11 | 03:12 Uhr

Unfassbar die Arroganz und wer an diesem Beispiel keine kriminelle Energie des Herrn Zuppiger sehen will, hat selber den Bezug zu Moral und Ethik verloren. Es scheint fast, als würde korrumpiertes und unlauters Verhalten zu einem „muss“ Attribut der heutigen Politik werden. Quo vadis helvetica?
Meinrad Flury / Schweiz & Hong Kong

  • Rolf Iller
  • 08.12.11 | 01:04 Uhr

Da hatte der Herr Zuppiger aber Glück, dass er kein Ausländer ist, sonst müsste man ihn doch glatt noch ausschaffen.

  • Richard Dähler
  • 07.12.11 | 22:59 Uhr

100 000 Franken auf seinem Konto zu finden, ohne eigenes Dazutun,
das ist eines der Wunder, auf die viele Menschen hoffen, oder mit
viel Lottoeinsätzen erkaufen wollen. Z. ist ein Glückspelz, genial
unschuldig wurde die Sache eingefädelt.

  • Ernst Diem
  • 07.12.11 | 22:50 Uhr

Ernst Diem, e.diem@bluewin.ch: Der WELTWOCHE ist für die Offenlegung zu danken … Indes soll sie – mit Beweisen – belegen, seit wann sie von der Sache weiss. (Nicht ganz unwichtig…)

  • Felix Graf
  • 07.12.11 | 22:45 Uhr

Artikel von Herrn Engeler sind meist kugelsicher recherchiert. Bei dieser Brisanz dürfte die Endfassung unter juristischem Beirat erfolgt sein. Ich vermute deshalb, Herr Zuppiger wird sich recht rasch aus dem Kreis der Bundesratsanwärter verabschieden. Eigentlich schade, ich war gerade dabei, mich mit seiner Kandidatur anzufreunden.

Nun stellt sich die Frage nach der Qualität einer Parteispitze, die dem Vernehmen nach diese Sachverhalte kannte. Da wird mir ehrlich gesagt schwarz vor Augen. Das darf doch nicht wahr sein!

  • Brigitta Maria Weingartner
  • 07.12.11 | 22:43 Uhr

Gar nicht gut! Bin schon sehr enttäuscht! Was wird nur aus der SVP? Ich nehme an, dass das für die Wahlen am 14. Dezember Folgen hat. Einfach schade, dass kein anderer, der „anderer“ weiss schon wer gemeint ist, zur Verfügung steht! Ueberaus schade! Jetzt mache ich mir wirklich echte Sorgen!

  • Nannos Fischer
  • 07.12.11 | 22:13 Uhr

Aber es wäre verantwortungslos, die Konkordanz mit Hilfe einer zweifelhaften Figur von angeschlagener Integrität wiederherstellen zu wollen, deren Amtsführung dadurch ramponiert und deren ethische Glaubwürdigkeit im Eimer wäre. Einst wurden in der Schweiz noch – quer durch alle Parteien hindurch – Anforderungen an die Ehrenhaftigkeit von Bundesräten gestellt. Es geht sehr wohl um Herrn Zuppiger, ausser man ist der Meinung, es sei schnurzpiepe, wer im Bundesrat sitzt, wenn er nur die Partei vertritt, welcher der Sitz «gehört». Das Volk hat Anrecht auf Qualität. Und wenn nötig via Volkswahl.

  • Marcel M. Pfister
  • 07.12.11 | 22:10 Uhr

Nein, Frau Galliker. Bei den bevorstehenden Bundesratswahlen geht es um die Wahl der 7 Bundesraete durch die Mitglieder der Vereinigten Bundesversammlung. Von „Konkordanz“ steht in unserer Verfassung keine Silbe.

Und das mit der Privatsache sehe ich – und Millionen von anderen Schweizer anders. Schoen aber, dass sie so nachsichtig sind. Herr Zuppiger wird sich bestimmt darueber freuen.

  • Sabine Galliker
  • 07.12.11 | 20:51 Uhr

Betrug hin oder her: das ist eine Privatsache von Herrn Zuppiger und hat in der Presse nichts zu suchen. Bei den bevorstehenden Bundesratswahlen geht es ja nicht um Herrn Zuppiger sondern um die Wiederherstellung der Konkordanz.

  • Moritz Engler
  • 07.12.11 | 19:47 Uhr

Jetzt wird endlich klar, warum Darbellay so ein Fan von Zuppinger ist! So ein richtig Konkordanter, wie die ganze Gutmenschentruppe halt selber auch mit entsprechendem Charakter.

  • Rudolf Ryf
  • 07.12.11 | 18:24 Uhr

Wenn das stimmt, dann gute Nacht. Und so Einer ist Präsident des Gewerbeverbandes und will Bundesrat werden. Leben wir eigentlich in einer Bananenrepublik?

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http://www.tagesanzeiger.ch/ schreibt 08.12.2011

Zuppiger aus dem Rennen – SVP-Spitze wehrt sich

Aktualisiert vor 1 Minute

Die Bundesratskandidatur Bruno Zuppiger ist Geschichte. Die Partei informierte an einer PK. Der Betroffene verliess den Raum sichtlich gekränkt und nach kurzer Erklärung. Tagesanzeiger.ch/Newsnet berichtete live.

Zieht sich zurück: Bruno Zuppiger nimmt sich als SVP-Bundesratskandidat aus dem Rennen.
Bild: Keystone

(Hubert Mooser, Matthias Chapman)

Dieser Artikel wird automatisch aktualisiert.

  • 17:10 Uhr – PK beendet.Teil eins der SVP-Presseorientierung ist beendet. Um 17:30 Uhr folgt Teil zwei. Vermutlich geht es darum, ob man einen neuen Kandidaten aufstellt. Und wenn ja, wen.ZusammenfassungParteichef Toni Brunner, Fraktionschef Caspar Baader und Bruno Zuppiger traten um 16:10 Uhr vor die Medien. Nach langer Einführung gab Bruno Zuppiger seinen Rückzug als Bundesratskandidat bekannt. Er habe die Sache zwar geregelt und für ihn sei der Fall abgeschlossen, trotzdem wolle er aus Rücksicht auf die Partei nicht mehr für den Bundesrat kandidieren. Die Parteispitze um Brunner und Baader glaubt, richtig gehandelt zu haben. Ein Umdenken fand erst statt, als man den vollen Sachverhalt im «Weltwoche»-Artikel erfahren habe. Gewusst, dass etwas läuft, hat Baader schon am vorletzten Dienstag. Damals habe er nämlich einen Tipp bekommen. Die nachfolgenden Abklärungen hätten für die Parteispitze aber nichts Gravierendes ergeben. Das änderte sich gestern schlagartig.
  • 16:55 Uhr – Muss Zuppiger zurücktreten? «Ich bin nicht Strafrechtler», so Baader zur Frage, was geschehe, wenn die Staatsanwaltschaft eine Untersuchung gegen Bruno Zuppiger einleitet. Es sei Sache von Zuppiger, zu entscheiden, ob er dann daraus Konsequenzen ziehen müsse.
  • 16:51 Uhr – Zuppiger in der Kritik«Das ist ein Führungsfehler von Bruno Zuppiger», sagt Baader zum Fakt, dass dieses umstrittene Dokument dem Unternehmer vorgelegt und von diesem unterschrieben worden sei.
  • 16:47 Uhr – Rücktritt von Amt des Nationalrats? Ob Zuppiger vom Amt des Nationalrats zurücktreten müsse, wird Baader gefragt. Das sei einzig und allein Angelegenheit von Zuppiger selber.

    08.12.2011:

  • 16:44 Uhr – Informanten?Zuerst hat Baader einen Tipp erhalten von einer Person ausserhalb der Fraktion. Dann habe er darauf der Anwältin der Gegenpartei angerufen, um sich über den Fall zu informieren. Er habe die wesentlichen Fakten aufgetischt bekommen. Er habe aber von dieser Partei keine Beweise, keine Dokumente verlangt, weil er keine Zeit dafür hatte. Er habe aber über genügend Informationen verfügt, um einzusehen, dass der Fall erledigt gewesen sei.Es sei doch Schaden entstanden für die Partei, sagt ein Journalist zu Baader. Ja, so der Fraktionschef.
  • 16:40 Uhr – Köppel nimmt StellungDer «Weltwoche»-Chefredaktor spricht über den Fall auf persoenlich.com.
    Er empfiehlt der Partei einen neuen Kandidaten aufzustellen.
  • 16:33 Uhr – Verhältnis gestört?Ob das Verhältnis zu Zuppiger nun gestört sei, wird Baader von einer Journalistin gefragt. Er verneint. Allerdings tönt seine Antwort leicht gewunden. Und die Art und Weise, wie Zuppiger die Pressekonferenz verliess, verrät etwas anderes.
  • 16:30 Uhr – zieht Brunner Konsequenzen?Brunner verteidigt sich: Hätte man bei der Unterredung gewusst, dass Zuppiger das von der Weltwoche gezeigte Dokument eigenhändig unterschrieben, dann hätte man dem Zürcher Oberländer von einer Kandidatur abgeraten.
  • 16:28 Uhr – Konsequenzen?Ob Baader persönliche Konsequenzen aus der Affäre ziehe, wird der Fraktionschef gefragt. Es sei bisher nichts derartiges an ihn herangetragen worden. Zudem habe er den Rücktritt von diesem Parteiamt sowieso schon angekündigt. — Um 17:30 Uhr findet eine weitere Pressekonferenz statt. Vermutlich will die Partei über eine mögliche nachträgliche Kandidatur informieren.
  • 16:24 Uhr – Brunner macht VorwürfeToni Brunner macht Bruno Zuppiger Vorwürfe. Wenn man eine Unterschrift unter ein Dokument setze, dann müsse man erstens wissen, was man unterschreibe und zweitens, dass man es unterschrieben habe. Brunner spricht das Dokument an, das in der Weltwoche abgedruckt war. Das ist ein deutlicher Seitenhieb gegen den Zürcher Oberländer Nationalrat.
  • 16:21 Uhr – wie weiter?Baader dankt Zuppiger. «Danke Bruno, dass du gekommen bist.» — eine komische Situation — «Unser Fehler war, dass wir die Lage falsch beurteilt haben», so Baader.
  • 16:19 Uhr – Rückzug«Ich habe heute Morgen entschieden, meine Kandidatur zurückzuziehen», sagt Zuppiger.
  • 16:17 Uhr – jetzt spricht ZuppigerZuppiger erhält das Wort von Brunner erteilt. Er verteidigt sich mit den schon bekannten Worten. Er habe nur die Parteispitze informiert, weil Stillschweigen vereinbart worden sei. Er sei der Überzeugung, dass niemand aus der Partei involviert sei. Er schiebt die Schuld für das Info-Leck den involvierten Anwaltskanzleien zu.
  • 16:12 Uhr – es geht losCaspar Baader und Toni Brunner erscheinen zur Pressekonferenz. Baader erhielt angeblich schon vorab – am letzten Dienstag – eine Information über den Fall Zuppiger. Er hat sich eigenhändig bei der Gegenpartei informiert. Zuppiger sei daraufhin mit den Vorwürfen konfrontiert worden.Toni Brunner traf sich am 1. Dezember um 14.45 mit Bruno Zuppiger und Christoph Blocher. Zuppiger habe die Brunner und Blocher über die Sachlage informiert.Daraufhin sei man zum Schluss gekommen, dass der Fall abgeschlossen und erledigt sei. Darum habe man den Nominationsprozess nicht stoppen wollen.Man habe jetzt aber den Weltwoche-Artikel gelesen und aufgrund dessen das Gespräch mit Zuppiger gesucht.
  • 16:10 Uhr – ÜbersichtNoch immer warten wir auf die SVP-Offiziellen. Bereits vor einer Stunde hat Tagesanzeiger.ch/Newsnet aus SVP-Kreisen erfahren, dass Bruno Zuppiger nicht mehr für das Bundesratsamt kandidieren wird. Unklar ist immer noch, ob die Partei neben Jean-Francois Rime einen zweiten Kandidaten bringt.
  • 16 Uhr – kommt Hansjörg Walter?Offenbar wäre Bauernpräsident Hansjörg Walter eine Option für eine Kandidatur in letzter Minute. Das meldet Blick.ch.
  • 15:55 Uhr – VerzögerungNoch immer ist kein SVP-Gesicht zu sehen. Offenbar gibt es Diskussionen.Die Affäre um Bundesratskandidat Bruno Zuppiger hat viele Fraktionsmitglieder auf dem linken Fuss erwischt. Und der Ärger über das Vorgehen der Parteispitze im Fall Zuppiger ist gross. Oskar Freysinger (VS) sagt am Morgen, was heute viele in der Fraktion denken: «Wie konnte die Parteispitze annehmen, dass diese Geschichte nicht publik wird.» Es habe zwar ein Stillhalteabkommen zwischen den involvierten Parteien gegeben. «Es war aber ein wenig blauäugig, zu glauben, dass sich dann tatsächlich alle daran halten.» Man müsse immer damit rechnen, dass so etwas bekannt wird, so Freysinger. Und der Walliser weiter: «Vor zwei Tagen versuchten wir noch andere Parlamentarier davon zu überzeugen, unsere beiden Kandidaten zu wählen – da sind solche Neuigkeiten ein Schock», sagte der Walliser SVP-Nationalrat. Auch Toni Bortoluzzi (ZH) wundert sich: «Natürlich bin ich überrascht über solche Enthüllungen.»
  • 15:45 Uhr – Was der Politologe sagtPolitexperte Michael Hermann sagt am Nachmittag, die Partei gebe ein «komisches Bild ab». Zuerst hiesse es, die Sache sei abgeschlossen, und ein paar Stunden später werde zu einer Krisensitzung gerufen.
  • 15:40 Uhr – kommt eine neuer Kandidat?Das Medieninteresse ist riesig. Derzeit ist noch offen, ob die SVP allenfalls einen neuen Kandidaten aufstellt. In der internen Ausmarchung war der Zuger Regierungsrat Heinz Tännler gegen Bruno Zuppiger unterlegen.
  • 15:35 Uhr – betroffene OrganisationenWie die «Aargauer Zeitung» heute Nachmittag berichtete, soll es sich bei den beiden im Fall Zuppiger erbberechtigten Organisationen um «Pro Senectute» und die «Krebsliga» handeln. Ebenfalls wurde bekannt, dass die Zürcher Staatsanwaltschaft eine Strafuntersuchung gegen Zuppiger prüft.
  • 15:30 Uhr – PK verschobenOffenbar zieht sich der Bundesratskandidat zurück. Das sagen SVP-nahe Kreise gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet.Die SVP hatte seit 13 Uhr in einer Krisensitzung das weitere Vorgehen besprochen. An einem Point de Presse im Bundeshaus wollte die Parteispitze um 15 Uhr informieren. Kurzfristig wurde entschieden, an einer Medienkonferenz im nahegelegenen Medienzentrum die Beschlüsse bekannt zu geben. Die Veranstaltung verspätet sich darum.Laut der «Weltwoche» soll Zuppiger Teile einer Erbschaft veruntreut haben. Für ungerechtfertigte Spesen habe er 150’000 Franken bezogen. Zudem habe er über 100’000 Franken auf sein eigenes Privatkonto überwiesen. Erst als der Schwindel aufgeflogen sei und die erbberechtigten Organisationen mit Strafklagen wegen Veruntreuung und ungetreuer Geschäftsbesorgung drohten, habe Zuppiger die Erben ausbezahlt.

Erstellt: 08.12.2011, 14:59 Uhr

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