Zur Frage Euro und CHF, EUR/CHF in einem Bild

…………………………………………………………….EUR                                              CHF

Frage EUR CHF Untergrenze
                                                                             klar! Ich setze auf DEN Kurs, der mir am nächsten liegt!

Dazu:

Argument für SNB-Kursuntergrenze schmilzt

Die Überbewertung des Frankens gegenüber dem Euro wird stetig abgebaut.
Die Überbewertung des Frankens gegenüber dem Euro wird stetig abgebaut.
Bild: Keystone

04.06.2012 06:00

Die Hoffnungen auf eine allmähliche Abwertung des Frankens sind je länger je ungerechtfertigter. Denn die Kaufkraftparität zum Euro sinkt.

Von Frédéric Papp

Noch im letzten Winter hatten Exporteuere, Politiker und Gewerkschafter in seltener Eintracht nach einem schwächeren Franken gerufen. Doch diese Forderungen werden immer leiser. Einerseits dämpfte SNB-Präsident diese Hoffnungen mit einer verklausulierten Bemerkung, die Euro-Kursuntergrenze von 1,20 Franken pro Euro der Nationalbank werde wohl kaum heraufgesetzt.

Es hat aber auch handfeste volkwirtschaftliche Gründe. Die Kaufkraftparität zwischen Euro und Franken gleicht sich immer mehr an. „In einem Jahr sehen wir die faire Kaufkraftparität zwischen Euro und Franken gegen 1,20 Franken“, sagt David Kohl, Chefökonom bei der Bank Julius Bär Deutschland, zu cash..

Von Kaufkraftparität spricht man dann, wenn ein identischer Warenkorb in zwei Ländern mit unterschiedlichen Währungen gleich viel kostet. Das Verhältnis zwischen Euro und Franken ist aber bereits seit Jahren im Ungleichgewicht.

Euro-Inflation frisst Frankenüberbewertung weg

Noch im August und bevor die SNB die Kursuntergrenze eingeführt wurde, lag die Kaufkraftparität bei etwa 1,40 Franken pro Euro. Heute liegt sie bei etwa 1,35 Franken.

Hintergrund: Von der Einführung des Euro vor gut zehn Jahren bis zum Ausbruch der Euro-Schuldenkrise war der Franken unterbewertet. Mit dem Beginn der Finanzkrise im 2008 begann sich der Franken aber massiv aufzuwerten. Im August letzten Jahres stieg der Franken sogar beinahe auf Parität zum Euro. Doch die Überbewertung schmilzt nun dahin. Grund sind die unterschiedlichen Inflationsraten in den beiden Währungsräumen. Und diese ziehen im Euroraum stärker an als hierzulande, wo seit Monaten Deflation herrscht.

Dies diagnostizieren auch die Währungsspezialisten der Credit Suisse. Allerdings „dürfte es einige Jahre dauern, bis sich die Kaufkraftparität bei 1,20 Franken einpendelt“, sagt Marcus Hettinger, Leiter Devisenresearch. 2013 dürfte die faire Kaufkraftparität zwischen 1,30 bis 1,34 Franken liegen, so Hettinger.

Unterschiedliche Berechnungsmethoden

Die unterschiedliche Bewertung des „Fair Value“ ist abhängig vom Berechnungsmodell. In das Modell der Credit Suisse fliessen unter anderem Inflationsunterschiede ein, die am am BIP-Deflator gemessen werden. Dies ist der Quotient aus nominalem und realem Bruttoinlandprodukt (BIP).

Das Modell von Kohl hingegen stützt sich explizit auf den Vergleich der Produzentenpreise, also auf die Wertentwicklung jener Güter, die – anders als die Konsumgüter – eher exportiert werden.
„Die Prognosekraft dieses Modells hat sich bis anhin bewährt“, sagt Kohl.

Senkung der Kursuntergrenze?

Fakt ist: Die Überbewertung des Franken schmilzt dahin, und die Kaufkraftparität nähert sich allmählich der Kursuntergrenze, unabhängig vom herangezogenen Modell. Der SNB-Führung um Thomas Jordan geht also langsam, aber sicher einer der Hauptgründe verloren, den Mindestkurs auch in Zukunft zu stützen. Vielmehr müsste sie sich Gedanken machen, die Kursuntergrenze nach unten, zum Beispiel in Richtung 1,15 Franken pro Euro, zu verschieben – zumindest nach der Theorie.

Die Praxis sieht aber anders aus. Denn eine Senkung der Kursuntergrenze würde sofort durch potente Marktplayer wie Hedgefonds getestet werden. Viel gravierender wäre ein noch stärkerer Franken für die Schweizer Volkswirtschaft und insbesondere für die Exportindustrie. Denn diese kann die währungsbedingten Wettbewerbsnachteile kaum mehr durch Produktivitätsgewinne wettmachen. Aber auch eine Erhöhung erscheint wegen der fragilen Situation im Euroraum unrealistisch.  Quelle (cash.ch)

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s