Griechenland in Kur senden inklusive Rückfahrkarte?

Griechenland und der Euro, eine Frage!  Ελλάδα και το ευρώ, ένα ερώτημα

 Griechenland, bricht der Euro erst recht auseinander? (Ελλάδα σπάει τη συμφωνία, ακόμη περισσότερο €;)
Top-Ökonom Hans-Werner Sinn warnt vor Auseinanderbrechen der Euro-Zone. „Bei der jetzigen Strategie werden nur alle arm, und wenn wir am Schluss nichts mehr haben, weil wir neben Griechenland dann ganz Südeuropa finanziert haben, bricht der Euro erst recht auseinander“.Hans-Werner Sinns obiges Statement zum Mitlesen, an Griechisch Kenner:„Όταν η τρέχουσα στρατηγική που μόνο όλοι φτωχοί, και αν δεν έχουμε τίποτα περισσότερο στο τέλος, γιατί είμαστε δίπλα στην Ελλάδα, στη συνέχεια, στη νότια Ευρώπη έχουν χρηματοδοτήσει το € σπάει ακόμα πιο πέρα.“

Der renommierte Präsident des Münchener ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, warnt vor einem Auseinanderbrechen der Euro-Zone. „Bei der jetzigen Strategie werden nur alle arm, und wenn wir am Schluss nichts mehr haben, weil wir neben Griechenland dann ganz Südeuropa finanziert haben, bricht der Euro erst recht auseinander“, sagt Sinn gegenüber „Welt Online“. „Das kann doch nicht im Ernst die Lösung sein.“
Sinn warnte davor, dass die Kosten der Euro-Krise für Deutschland immer größer würden, weil immer mehr griechische Staatsanleihen „in das direkte oder indirekte Eigentum der deutschen Sparer und Steuerzahler überführt“ würden. „Die Anleger dieser Welt brauchen Deutschland dringend als Schrottabladeplatz, und je länger wir das Tor auflassen, desto mehr Schrott werden sie los“, so der Wirtschaftsprofessor.
Sinn schlägt vor, dass Griechenland die Drachme wieder einführt, aber „assoziiertes Mitglied“ der Euro-Zone bleibt: „Wir schicken Griechenland sozusagen in Kur – und drücken ihnen zugleich eine Rückfahrkarte in die Hand.“ Das, so Sinn, „wäre ein echter Anreiz für die Griechen, das Notwendige zu tun – ein viel größerer jedenfalls, als ständig leere Drohungen zur Einstellung von Hilfskrediten auszusprechen“.
16.06.2012 Quelle
Wissen:
Griechenland, auf Altgriechisch, zum Thema was ist wortwörtlich eine DEMOKRATIE? http://wp.me/p1UA3r-9E

Notenbanken bereiten sich auf Marktbeben vor

Bei den aktuellen Wahlen in Griechenland sind keine klaren Prognosen möglich, jedenfalls stehen die Druckerpressen (für weitere Geldscheine) bereit.

Der Tages-Anzeiger (Zürich) schreibt:

Notenbanken bereiten sich auf Marktbeben vor

Noch ist schwer abzuschätzen, was nach der Schicksalswahl in Griechenland geschieht. Die wichtigsten Währungshüter bereiten sich vor. Unabhängig davon wollen die Briten Milliarden in ihre Banken pumpen.

Notenbanker sprechen von «schwarzen Wolken» und «kommenden Stürmen»: Angespannte Stimmung vor der Wahl.

Notenbanker sprechen von «schwarzen Wolken» und «kommenden Stürmen»: Angespannte Stimmung vor der Wahl. Bild: Keystone

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, hat angekündigt, notfalls die Geldschleusen weiter zu öffnen. Die EZB habe während der Krise durchgehend darauf geachtet, dass die Banken genug Geld bekämen, um die Wirtschaft am Laufen zu halten, sagte Draghi heute in Frankfurt am Main. «Das Eurosystem wird weiter Liquidität bereitstellen, wenn das benötigt wird», sagte er.

Damit ging Draghi indirekt auf Marktgerüchte ein, wonach sich die Zentralbanken darauf vorbereiten, nach der Griechenland-Wahl am kommenden Sonntag massiv Geld in die Märkte zu pumpen, um das Geldsystem zu stützen.

Koordinierte Aktion

Gestern wurde verlautet, die wichtigsten Notenbanken der Welt bereiteten sich auf schwere Marktturbulenzen nach der Schicksalswahl in Griechenland vor. Die Zentralbanken stünden für eine koordinierte Aktion zur Stabilisierung der globalen Finanzmärkte bereit. Um eine Kreditklemme zu verhindern, bereiteten sich die Notenbanker auf eine Versorgung der Finanzmärkte mit Liquidität vor. Der Ausgang der Parlamentswahl in Athen könnte Experten zufolge das Ende des Euro in Griechenland besiegeln, sollten sich die Spar- und Reformgegner durchsetzen.

An der Wallstreet hatten Händler gestern mit Zukäufen auf die Gerüchte reagiert. In New York bauten die wichtigsten Indizes ihre Gewinne aus. Der Euro gewann, während US-Staatsanleihen unattraktiver erschienen und abgestossen wurden.

Eurofinanzminister beraten am Sonntag

Weltweit laufen die Vorbereitungen für den Ernstfall namens «Grexit». Die Finanzminister der Eurozone wollen am Sonntagabend in einer Telefonkonferenz über das Ergebnis der Wahl beraten. Die Hauptsorge sei das Risiko von grösseren Kapitalabflüssen, sollte sich die radikale Linkspartei Syriza eindeutig durchsetzen, sagte ein Eurozonenvertreter.

Syriza lehnt die Auflagen der internationalen Geldgeber ab, will das Land aber dennoch im Euro halten. Gestern bekräftigte Parteichef Alexis Tsipras seine Entschlossenheit, die Hilfsbedingungen nach einem Wahlsieg zu kippen.

Krisentreffen möglich

Um schweren Marktreaktionen entgegenzuwirken, sind auch Währungsinterventionen möglich. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hatte dies gestern in ihrem Stabilitätsbericht einmal mehr bekräftigt. So will sie die Untergrenze zum Euro auf jeden Fall verteidigen und ist dazu bereit, am Devisenmarkt zu intervenieren. Um ihre Anlagen weiter zu diversifizieren, investiert die SNB gemäss eigenen Aussagen unter anderem in den koreanischen Won. Auch Japan könnte eingreifen und seine Währung schwächen, sollten Anleger auf der Suche nach einem sicheren Hafen den Wert des Yen in die Höhe treiben.

Ein G-20-Vertreter sagte der Nachrichtenagentur Reuters, abhängig von der Heftigkeit der Reaktionen könnte am Montag oder Dienstag ein Krisentreffen von Ministern der Gruppe der sieben grössten Industriestaaten (G-7) angesetzt werden. Per Telefon könnten die Notenbanker zugeschaltet werden.

Briten halten 100 Milliarden bereit

Der britische Finanzminister George Osborne erklärte zudem, als Reaktion auf die Lage an den Kreditmärkten würden die Regierung in London und die Bank of England zusammen handeln und neue geldpolitische Instrumente einsetzen. Im Kampf gegen die zunehmenden Gefahren der Eurokrise will Grossbritannien sein Bankensystem mit mehr als 100 Milliarden Pfund fluten. In einer koordinierten Aktion von Regierung und Zentralbank soll die Kreditvergabe angekurbelt werden – unabhängig vom Wahlausgang in Griechenland.

Das Land werde in wenigen Wochen ein entsprechendes Programm auflegen, sagte Notenbank-Chef Mervyn King in einer Rede vor Londoner Bankiers. Die Geldhäuser sollen damit auf eine günstige langfristige Finanzierung zugreifen können und zur Kreditvergabe an Unternehmen und Konsumenten ermutigt werden. Nach Angaben aus dem Finanzministerium könnte allein der Plan der Regierung neue Darlehen in Höhe von schätzungsweise 80 Milliarden Pfund unterstützen.

«Schwarze Wolke» und «kommende Stürme»

King warnte, die Euroschuldenkrise würge die Konjunktur ab. «Die schwarze Wolke hat die Lebenskraft geschwächt», sagte er. «Unternehmen und Haushalte bereiten sich auf die kommenden Stürme vor.» Finanzminister George Osborne rief die Länder der Eurozone auf, die Krise endlich in den Griff zu bekommen.

Grossbritannien müsse sich nun selbst schützen. «Wir sind nicht machtlos im Angesicht des Schuldensturms der Eurozone», sagte er. «Gemeinsam können wir mehr Feuerkraft entfalten, um unsere Wirtschaft gegen die Krise vor unserer Haustür zu verteidigen.»

Aktivierung der Notfallliquiditätshilfe

Die Kredite an die Banken sollen mit einer Laufzeit von wahrscheinlich drei bis vier Jahren ausgestattet werden. Die Verzinsung soll unterhalb der derzeitigen Marktzinsen liegen. Die Zentralbank werde zudem ihre Notfallliquiditätshilfe aktivieren, die im Dezember geschaffen wurde, sagte King.

Gegen die Hinterlegung von Sicherheiten sollen die Banken Kapital für sechs Monate erhalten können. Mit dieser Operation sollen den Finanzinstituten mindestens fünf Milliarden Pfund pro Monat angeboten werden, ergänzte King. Zugleich sagte er, es gebe mehr Argumente für eine geldpolitische Lockerung durch den Aufkauf weiterer Staatsanleihen durch die Notenbank.

Quelle  http://www.tagesanzeiger.ch/(ami/sda)

Dazu sicher auch als Anhaltspunkt lesenswert, ein Interview mit dem Wirtschaftshistoriker Tobias Straumann über die möglichen Szenarien nach den Wahlen in Griechenland:

Die Griechen versuchen (am 17.06.2012)  erneut, ein neues Parlament zu wählen. Welches Resultat wäre aus ökonomischer Sicht bei dieser Schicksalswahl wünschenswert?
Für die griechische Wirtschaft wäre es am besten, wenn die Parteien gewinnen, die mit der EU weiter zusammenarbeiten wollen – also die Konservativen – und diese dann eine Koalition mit den linken Parteien bilden. Das würde dem Land wieder etwas mehr Stabilität bringen. Leider ist dieses Szenario unwahrscheinlich, da es ja bekanntlich schon letztes Mal schief ging. Mehr

Quelle http://www.tagesanzeiger.ch/

Griechenland, heute mal Altgriechisch, zum Thema was ist eine DEMOKRATIE?

Griechenland, heute mal  Altgriechisch, zum Thema was ist eine DEMOKRATIE?

Von Griechenland haben wir in den letzten Monaten und va. Tagen wieder viel gehört. Nun
Heute ein wenig Altgriechisch, zum Thema:

Was ist eigentlich Demokratie (Definition):

Demokratie heisst, das Dorf beherrschen

(DEMOS = Das Dorf (nicht(!): Das Volk), KRATEiN = beherrschen),

der sog.  “Bürger” im alten Griechenland war ein sog. “höherer Mensch”, ein Privilegierter, das waren vom Gesamtvolk maximal 10%,

Demokratie war also die Herrschaft von maximal ca. 10%, der Rest waren “Idios” (Nichtwissende). (Man bilde sich seine eigne Meinung.)
Demokratie ist also nicht die Herrschaft des Volkes, sondern die Herrschaft der Priviiegierten

Wer Aehnlichkeiten zu heute erkennen möchte, dem sei gesagt “Honni soit qui mal y pense”(“Beschämt sei, war anders dabei denkt”, oft auch übersetzt als “ein Schuft der …”)

Nun, interessant zu wissen, wo man so wohnt: D, A, CH?

Nun, man sagt, die Schweiz sei eine “Demokratie”. Wer sagt es, die Schweiz ein Dorf :-) mit der Herrschaft der Wenigen.

In Deutschland sieht es ein wenig anders aus, das ist eine Re-Publik. Da ist die Herrschaft auf noch prozentual weniger Menschen verteilt:
RES PUBLICA (öff. Sache) ist das röm. Unterdrückungssystem für va. für Sklaven und Untertanen gewesen.

RES PUBLICA also ein Unterdrückungssystem für Untertanen? Man bilde sich bitte auch seine eigne Meinung.

Diese Video behandelt dieses Thema auch:


Kommentar zum Video aus YOUTUBE:

Andreas Popp beim Kongress der unabhängigen Medien 2011 in Hannover. Der Betreiber der http://www.wissensmanufaktur.net gab einige Interessante Ansichten zur Demokratie zum Besten.

Dilettantische Politik, Größenwahn und Übernahmeschlachten in Vorstandsetagen der Konzerne, eine aus dem Ruder gelaufene Geldmengenpolitik und massive Umweltzerstörung bestimmen das Bild unserer heutigen Zeit. Andreas Popp hat den Anspruch, die wirtschaftlichen Zusammenhänge dieser Welt von vielen Seiten zu beleuchten und in allgemeinverständlicher Form dem interessierten Zuhörer die Komplexität nahe zu bringen. Das Spannungsfeld zwischen der Globalisierung und dem Sozialgefüge wird viel verändern. Es geht alle an! Die allgemeine Politik und Finanzwirtschaft mit ihren „Weiter so“ Parolen ist nun endlich auch beim Bürger unglaubwürdig geworden. Viele Menschen sind verunsichert und suchen händeringend nach realistischen Informationen, um für die Zukunft gewappnet zu sein.
Die These von Andreas Popp: „Wer sich rechtzeitig auf die zu erwartende Weltwirtschaftskrise vorbereitet, wird sie definitiv besser durchstehen und eventuell sogar Chancen daraus generieren.“

Uebrigens,

„Vertrag“ komt von „sich vertragen“.

Steuern, gesteuert werden.

Nachrichten, sich danach richten

Informieren, in Form bringen.

Düstere Prognose (China rechnet mit Einbruch der Weltwirtschaft)

21. NOV. 2011, 14:45

China rechnet mit Einbruch der Weltwirtschaft

Die chinesische Regierung rechnet mit einem deutlichen Abschwung der Weltwirtschaft. Eine Erholung sei bisher nicht in Sicht.

Chinas Regierung schätzt die aktuelle Lage der Weltwirtschaft sehr skeptisch ein. In der jetzigen Situation sei eine „unausgewogene Erholung“ womöglich besser als eine „ausgewogene Rezession“, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua den chinesischen Vizepremier Wang Qishan. Es war der bislang düsterste Kommentar eines chinesischen Spitzenpolitikers zur globalen Konjunktur.

Chinesischer Vize-Premier Wang Qishan fordert gemeinsame Anstrengungen
Foto: picture alliance / landov Chinesischer Vize-Premier Wang Qishan fordert gemeinsame Anstrengungen

Wang machte die Bemerkung bei bilateralen Handelsgesprächen zwischen China und den USA in der südwestchinesischen Stadt Chengdu. Beim Treffen der Gemeinsamen Handelskommission (JCCT – Joint Commission on Commerce and Trade) haben beide Länder fünf Handelsabkommen unterzeichnet, unter anderem über den besseren Schutz des geistigen Eigentums, den Umgang mit Handelsstatistiken und die Zusammenarbeit in den Bereichen Energie und Technik.

Vizepremier Wang forderte die Amerikaner bei dem Treffen auf, besser gemeinsame Anstrengungen zur Wiederbelebung der Weltwirtschaft zu unternehmen als China zu kritisieren. „China und die USA sollten Handelsprotektionismus und die Politisierung ökonomischer Fragen vermeiden“, sagte Wang laut Xinhua.

Politische Beobachter werteten Wangs Worte als indirekte Replik auf jüngste Äußerungen von US-Präsident Barack Obama. Der US-Präsident hatte China während seiner Asien-Reise mehrfach für dessen Handelsbilanzüberschuss gegenüber den USA, für unfaire Handelspraktiken und die aus Sicht Washingtons unterbewertete Währung, den Renminbi, gescholten.

dpa/tat

Banken erfinden Geld aus Luft (Prof. Hörmann, Wien)

Für wen es noch nicht bekant sein sollte 🙂

http://bit.ly/aktuelles-bank-luft-system-094

 

Was, wenn es wirklich kracht? Das Ende der Mittelklasse (nicht nur)

Was einem so zum Begriff  # occupy, #occupy, sofort in den Sinn kommt: „OK U Pay“, also am Ende zahlt U, YOU, DU, “ OK DU  ZAHLST „, also die Mehrheit der Bevölkerung zahlt, wie es bei jeder der Weltwirtschaftskrisen schon so war  (oder auch früher bei den Länderkrisen, man denke an Frankreich, und John Law [mehr]), die schon waren, ist ja auch schlüssig, dafür werden sie ja auch produziert und nur ein Bruchteil einer kleinen Minderheit merkt es jeweils genügend früh – heute sind es prozentual gesehen immer mehr – DASS dies ein Systemfehler ist, allerdings ein bewusst produzierter; wenn man nur an die publizierten Worte eines N. Senn UBS- Ehrenpräsident, denkt, der sagte: „Wenige verstehen das Bankengeschäft (…)“ Halleluja!

Da ist die Henry Ford zugeschriebene diesbezügliche Aussage wenigstens ehrlich umfassender formuliert:

Es ist gut, dass die Menschen des Landes unser Banken- und Geldsystem nicht verstehen, denn sonst, so glaube ich, hätten wir noch vor morgen früh eine Revolution. (Henry Ford)

Leider wird auch die # occupy Basisbewegung wieder gesteuert, deshalb auch der Name, feinst säuberlich ausgesucht # occupy =  OK U PAY!, schon richtig dreist so was. (Das ist der aktuelle Einsatz eines EZB Bankers Papademos in GR Regierung noch harmlos [mehr])

Zum Thema – nun endlich im Mainstream – am 12.11.2011 im Tages Anzeiger, Zürich, Schweiz (nicht in  der EU).  Der Artikel:

Das Ende der Mittelklasse

Eine Analyse von: Constantin Seibt. Aktualisiert am 12.11.2011 318 Kommentare

Was, wenn es wirklich kracht? Was wird dann aus unseren Konten und Jobs? Und was aus unseren Köpfen? Zum grossen Knall fehlt eigentlich nur noch ein letzter Funken Angst.

Angst und Empörung: Schilder von Aktivisten der Bewegung «Occupy Paradeplatz» in Zürich.

Angst und Empörung: Schilder von Aktivisten der Bewegung «Occupy Paradeplatz» in Zürich.
Bild: Keystone

Das Ende der Mittelklasse

Eine Analyse von: Constantin Seibt. Aktualisiert am 12.11.2011 318 Kommentare

Was, wenn es wirklich kracht? Was wird dann aus unseren Konten und Jobs? Und was aus unseren Köpfen? Zum grossen Knall fehlt eigentlich nur noch ein letzter Funken Angst.

Welchen Tag wird man im Rückblick für die Geschichtsbücher nehmen? Den Tag, als die Bancomaten kein Geld mehr ausspuckten? Den Tag, als Kunden die Schalterhallen der Banken stürmten? Als sie sie anzündeten?

Klar ist nur: Der Tag ist denkbar. Noch nicht wahrscheinlich, aber denkbar. Denn alles steht bereit für eine gigantische Kettenreaktion: ein klammes Bankensystem, ein gespaltenes und gefesseltes Amerika, ein verschuldetes Europa ohne Plan. Bedrohlicher als der Mangel an Geld noch scheint der Mangel an Klarheit. Zwar jagen sich Gipfel, Finanzspritzen, Rettungsaktionen, doch besteht in den Machtzentralen keine Einigkeit über Diagnose und Therapie: mal milliardenteure Feuerwehreinsätze, mal zerstörerische Sparpläne.

Zum grossen Knall fehlt eigentlich nur noch ein letzter Funken Angst: ein Moment der Panik. Es wäre ein historischer Tag, der Tag, an dem die dominierende Kaste der letzten 75 Jahre ihre Macht verliert: die westliche Mittelklasse.

Eine weisse Landkarte

Sicher: Noch ist es möglich, dass der Tag nicht anbricht. Dass dank der Notenpresse der vereinigten Zentralbanken Finanzinstitute und Staaten durchgeseucht werden, dass die Chinesen den Westen als Grosskunden herausboxen, dass EU und USA ihre tausend Wunden mit tausend Pflastern zum Versiegen bringen. Trotzdem: Die aktuelle Konstruktion der Weltwirtschaft gleicht mit ihren wechselseitigen Krediten der Wohnung eines Wahnsinnigen, der alle Gegenstände eines Zimmers mit Fäden aneinander gesichert hat. Eine falsche Bewegung – und wo ein Salon war, ist nun ein Trümmerhaufen.

Was also passiert, wenn das Weltfinanzsystem zusammenbricht? 2008, nach dem Lehman-Crash, war die Welt ein paar Mal nur Stunden davon entfernt. Damals entschieden sich mehrere Staaten erst im letzten Moment für die Rettung der Banken. Was wäre passiert, wenn nicht? Das Erschreckende an diesem Szenario ist: Es existiert nicht. Niemand weiss, was dann passiert wäre. Befragt man Experten, sagen diese: undenkbar. Der Crash ist eine weisse Landkarte: Seine Folgen sind vielleicht nicht undenkbar, aber ungedacht.

In Zürich planen einige Leute bereits. Je nach Portemonnaie empfehlen sie Positionen in Gold, Landkäufe oder ein paar Tausender unter der Matratze. Das sind hilflose Investments. Denn kommt es zum grossen Krach, ist die Kettenreaktion unvorhersagbar: Niemand weiss, wen und was es erwischt. Klar ist nur, dass es keinen sicheren Ort gibt. Tausende Firmen, Milliarden an Vermögen, Millionen Jobs werden aufhören zu existieren.

Die entwertete Erfahrung

Doch der Verlust von Geld, Pension, sogar von Jobs wäre noch die freundliche Seite der Katastrophe. Selbst wer Glück hat und Vermögen und Beruf behält, wird einen noch härteren Verlust erleiden: Denn ein Crash würde nicht nur Papiere entwerten, sondern vor allem die eigenen Erfahrungen. Es könnte gut sein, dass die Milliarde Menschen der westlichen Mittelklasse eines Tages das Schicksal der russischen Aristokraten nach der Revolution teilen: Daheim waren sie mächtig, im Exil verlorene Figuren.

Das einfach deshalb, weil die Welt ihrer Jugend verschwunden war. Und dadurch alles wegfiel, was sie gelernt hatten, an Hierarchien, Zielen und Plänen, Urteilen und Vorurteilen, Höflichkeitsregeln, Karrieretechniken. Nichts zählte mehr in der neuen Welt: nicht die Ideale, nicht die Routinen, nicht die Erziehung. Das Einzige, was ihnen blieb, war Tee, Melancholie und strapazierte Würde.

So geht es auch uns: Die Art, wie wir das Leben beurteilen – all das wurzelt in unserer Jugend in der breiten, reichen Mittelklasse. Dabei ist es egal, ob jemand Konformist ist oder das Gegenteil: Verschwindet ihre Welt, verschwindet die Person.

Klar ist nur, dass die optimistische westliche Mittelklasse auch ohne Crash nicht mehr die Welt unserer Kinder sein wird. So haben in den letzten 30 Jahren vor allem Konzerne und Superreiche Profit gemacht. Und da Geld Macht und Macht Geld bedeutet, rutscht die Demokratie Stück für Stück Richtung Oligarchie. Und der Schwung des wirtschaftlichen Aufstiegs und somit der Optimismus haben sich verschoben: nach Asien, Indien, sogar nach Afrika. Selbst wenn das System nur bröckelt statt fällt, ist die Welt unserer Kinder schon heute eine irritierend freiere und einiges härtere, als es die Welt der Eltern war: Der Drill reicht von Frühchinesisch übers Lernstudio bis zu weit strafferen Universitäten. Dafür sind die Informationen inflationär. Und das Geld ist knapp. In weiten Teilen der USA und Europa herrscht Massenjugendarbeitslosigkeit.

Den Eltern bleibt damit je länger, je mehr das Los der Verschonten: als lange luxuriös lebende Aristokraten, die ihre Jugend mit absurden Problemen auf absurden Partys verbracht haben. Sie haben vielleicht etwas zu erzählen, aber nichts Heutiges mehr zu sagen.

Wie ein vergilbtes Foto

Was also tun – wenn die Welt der Mittelklasse endet, mit einem Winseln oder mit einem Knall? Ausser wach zu bleiben, bleibt wenig. Die klügste Vorbereitung ist, sich zu erinnern, dass man durch stürmische Zeiten besser mit weniger als mit mehr Gepäck kommt.

Die klügste Versicherung wäre somit, den eigenen Besitz schon als Erinnerung zu sehen – leicht vergilbt wie auf einer alten Fotografie. Und nicht nur vom materiellen Besitz probeweise Abschied zu nehmen, sondern auch die eigenen Erkenntnisse und Erfahrungen, die Anekdoten und Strategien, den eigenen Kopf versuchsweise als Vergangenheit zu sehen.

Erstellt: 12.11.2011, 06:59 Uhr

http://www.tagesanzeiger.ch/wirtschaft/konjunktur/Das-Ende-der-Mittelklasse/story/26498469

in der Beilage html alle bis dato erhältlichen Kommentare

einer zB:

Benjamin Puhl

12.11.2011, 07:13 Uhr Kaum zu glauben, dass ein solches Gedankenspiel nun endlich einmal in der mainstream-Presse erscheint. Noch vor wenigen Monaten wurden diejenigen Wirtschaftswissenschafter, welche vor einem solchen Szenario seit Längerem warnen, Untergangspropheten, Verschwörungstheoretiker oder Schlimmeres geschimpft. Bin darüber ehrlich gesagt besorgt…

Ja, das ist absolut bemerkenswert erfreulich

In D gibt es die Partei der Vernunft, diese klärt die Leute via Parteipolitik über viele der Systemfehler auf, bei uns in der Schweiz ist so etwas bis dato leider noch nicht zu finden. Es scheint, in den Hallen zu Bern, tragen sehr viele eine Schlafbrille und Ohrstöpsel. Wenigstens ein Thomas Minder (deshalb heisst er vermutlich so. siehe oben zu „ein Bruchteil einer kleinen Minder-heit“ hat es nun in den Ständerat geschafft. Gratulation!

Er hat einen Feldstecher, ein Fernglas – für unsere deutschen Leser –  in seinen Händen:

Thomas Minder, Neuer Schweizer Staenderat 11.2011

Auf seiner Site bei http://www.minder.sh/standpunkte/index.html zu finden:

Schlanker, effizienter Staat; übernimmt nur jene Aufgaben, welche die Gesellschaft oder die Privatwirtschaft nicht in der Lage sind zu tragen

In der neusten Ausgabe der „Zeit“ heisst es nun auf dem Titel „Banker, Bankster“, gut, dieses Aufwachen endlich er-leben zu können.

Hinweis, ist Papademos [mehr] das Synonym für den Vater aller Demos? Das nun bald die Mehrheit merkt, WAS wirklich geschieht auf diesem Planeten?

Hirni

Von Jean Paul, der sicher damals von John Law gehört hatte und selbst die Zeit der Assignaten miterlebt hatte, er lebte von 1763 bis 1825, ist ein Zitat überliefert:

Wenn ihr die Augen nicht braucht, um zu sehen,

werdet ihr sie brauchen, um zu weinen!

Das Auge alleine macht es bekanntlich noch nicht, es wird in der aktuellen Wissenschaft dem Hirn zugeschrieben, das Denken.

Dazu ein schönes Bild vom Plakat vom Paradeplatz Zürich während des ersten #occupy Paradeplatz Anlasses vom 15.10. bis 17.10.2011 aus der Tagesschau von SF1 hirni

< Für heute schalten wir das Hirni ein! >

occupy Paradeplatz Zuerich Plakat hirni einschalten

Unser Kommentar: Bitte eingeschaltet lassen!

und, wie sagte schon der alte JWvG

Es ist nicht genug, zu wissen, man muss auch anwenden;

es ist nicht genug, zu wollen,

man muss auch tun.“

Johann Wolfgang von Goethe (Werk: Wilhelm Meisters Wanderjahre)

Jean Paul bei wikipedia:  (* 21. März 1763 in Wunsiedel; † 14. November 1825 in Bayreuth; eigentlich Johann Paul Friedrich Richter) war ein deutscher SchriftstellerMehr