ESM, Europaeischer „Stabilitaetsmechanismus“ eine „1984“ Wortschoepfung?

ESM

ein hochaktueller Begriff.

ESM, „Europäischer Stabilitätsmechanismus“, eine Wortschöpfung aus der mechanistischen, heute noch üblichen „normalen“ Denkart, die mit grösster anzunehmender Wahrscheinlichkeit den beabsichtigten Eindruck erwecken soll, es gehe um etwas Gegenständliches, um einen Mechanismus der stabilisiere, der Stabilität in dem aktuellen – von Vielen als instabil betrachteten – Markt  schaffe.

Ein sehr treffender lesens- und denkenswerter Kommentar dazu:

„Europäischer Stabilitätsmechanismus“, dieses Worte-Ungeheuer scheint fast alle beeindruckt zu haben und das sollte es auch. Aber mit ihm wird trotzdem Unsinn ausgedrückt und verschleiert, dass es sich dabei um einen Namen handelt, der einer zu bildenden internationalen Finanzinstitution zugeordnet wurde. Das hat bei der Anhörung in Karlsruhe das BVerfG wohl auch inzwischen bemerkt(?).

„Stabilitätsmechanismus“ ist in Deutsch eine unsinnige Wortkonstruktion. Und sie wird auch zum Beispiel nicht mit dem Hinweis sinnvoll, diese Finanzinstitution solle für Märkte, Banken, Staaten einen stabilisierenden „Mechanismus“ erfinden. Die Tätigkeiten der Menschen dieser Institution sind aber kein Mechanismus, sondern Interessen geleitete, und können auch nicht mechanisch etwas stabilisieren

Folge, dass dieses Worte-Ungeheuer unkritisch überall verwendet wird, ist, „Europäischer Stabilitätsmechanismus“ hinterlässt den Eindruck, und das soll es auch, es sei etwas Gegenständliches, ein Mechanismus der stabilisiere. Doch es ist nur der Name für eine zu bildende internationale Finanzinstitution, der Verfügungsmacht über sehr viel Geld der Euro-Länder übertragen werden soll.

Investigativer Journalismus hätte schon längst enthüllen können und zwar- wenn nicht mit der Auseinandersetzung mit dem uinsinnigen Umgang deutscher Sprache – zum Beispiel durch Befragung der Abgeordneten, ob sie mit ihrer Zustimmung zum Gesetz „ESM“ die Übertragung dieser Verfügungsmacht beschließen wollten und warum das beschlossene Gesetz nicht richtig benannt wurde, nämlich Gesetz zu dem Vertrag vom 2. Februar 2012 zur Bildung und Einrichtung einer internationalen Finanzinstitution mit Namen „Europäischer Stabilitätsmechanismus“.

Das Bundesverfassungsgericht muss also nicht zu „ESM“, sondern zu einem Gesetz zur Bildung und Einrichtung einer internationale Finanzinstitution mit großer Verfügungsmacht entscheiden und zwar ob trotz der Übertragung dieser Verfügungsmacht an diese Finanzinstitution Verfassungsidentität gewahrt bleibt, oder, wenn nicht, dass dann dafür eine das Grundgesetz ablösende Verfassung erforderlich wäre. Die Wahrung der Verfassungsidentität kann deshalb auch nicht an einem Kriterium „Demokratie“ festgestellt werden. Denn eine Zweidrittel-Mehrheit des Bundestages hat das Gesetz zu „ESM“ demokratisch beschlossen.

Quelle http://www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de/2012/07/45829/   Kommentar vom 17.07.12 um 08:50, „Blickensdörfer sagt

Quo vadis €, bald “ Goodbye Euro “ ?

Eine Frage, die sich täglich mehr stellen,

zB. die Ausgabe 12/12 der Bilanz, Titel „Der EURO CRASH“ oder

Titelbild der BILANZ (http://www.bilanz.ch/magazin) 12/12 vom 15.06.2012

Goodbye Euro ?!?!

(Von Robert Cvrkal, aus Schönkirchen-Reyersdorf am 15.06.2012, Quellenangabe nachfolgend)

Liest man die Weltpresse, dann übertrifft mittlerweile eine Hiobsbotschaft die andere und man beginnt sich zu fragen, wie viel verträgt Europa noch bis es zum endgültigen Absturz kommt? Mittlerweile warnt auch die deutsche Kanzlerin Angela Merkel davor, dass sich Deutschland nicht zuviel zumuten darf um nicht selbst von den maroden Staaten mit in den Abgrund gerissen zu werden, wie dies bereits viele unabhängige Ökonomen vorhersagen. Da mit der bisherigen Praxis der Geldmengenvermehrung die zugrunde liegenden Probleme nicht gelöst werden können, sondern nur Zeit gewonnen wird und man nunmehr die wirtschaftlich vertretbare Grenze erreicht, wenn nicht bereits überschritten hat, dürfte der Knall unmittelbar bevorstehen und Europa bzw. die Eurozone so wie wir diese derzeit kennen bald der Vergangenheit angehören. Selbst wenn man das Anwerfen der Geldpresse als Mittel der Zeitgewinnung einsetzt, dann muss man sich darüber im Klaren sein, dass die dadurch gewonnene Zeit dazu benutzt werden muss um vorhandene Schwächen auszumerzen und Strukturdefizite abzubauen. Leider hat die Politik diese Chance verschlafen, sodass wir heute schlechter dastehen, als zu Beginn der Krise 2008, da in der Zwischenzeit viel Steuergeld verbrannt wurde und dadurch der finanzielle Spielraum der EU-Staaten massiv eingeengt wurde. Wie bedrohlich die Lage ist zeigt sich an den Rückstufungsorgien der Ratingagenturen, deren Ende noch lange nicht erreicht sind.

Man sollte nicht immer die Situation so darstellen, als ob das Gelddrucken alternativenlos gewesen wäre. Aus heutiger Sicht – und diese Vorgangsweise haben von Anfang an unabhängige Experten vorgeschlagen – wäre es für die Steuerzahler wesentlich billiger gewesen, wenn die Ursprungsgläubiger mit den maroden Staaten über einen entsprechenden Haircut verhandelt hätten und dann im Notfall der Steuerzahler die eigenen Banken unter dem Motto „Geld gegen Beteiligung“ aufgefangen hätten. Zu einem späteren Zeitpunkt hätten dann diese Anteile privatisiert werden können und es wäre wieder Geld ins öffentliche Budget zurückgeflossen. Doch diese Chance wurde vertan und stattdessen dürfen bzw. durften die Steuerzahler der Geberländer zuerst zumindest offiziell die maroden Staaten bzw. deren Banken vor dem Bankrott retten und dann die eigenen Banken, womit sie doppelt bezahlen dürfen und dieses Geld zumindest zum Teil endgültig verloren ist.

Da die einzelnen Staaten Eigeninteressen verfolgen und nicht das Gesamtinteresse der Eurozone im Auge haben, kann gar nicht soviel Geld gedruckt werden, dass sich die Krise nicht trotzdem weiter verschärfen wird, das mit der Geldpresse nur das Ursprungsproblem überlagert aber nicht gelöst werden kann. In einer Planrechnung der Weltbank kommt diese zum Schluß, dass wenn sich 1/3 der Eurostaaten (genaugenommen Länder die 1/3 der Wirtschaftsleistung der Eurozone ausmachen) nicht mehr über den freien Markt finanzieren kann, die Welt in die größte Krise seit Ende des 2. Weltkrieges gerät. Für Europa ergibt sich unter dieser Annahme für 2013 ein Rückgang der Wirtschaftsleistung von 8,5 % womit der Euro Geschichte wäre, da dann auch die deutsche Lok diesen nicht mehr retten kann. Nachdem mittlerweile Spanien, Portugal, Irland, Griechenland, Zypern und auch Italien mehr oder weniger pleite sind und zumindest bereits indirekt durch die EZB (Aufkäufe von giftigen Papieren dieser Staaten) gestützt werden, dürfte ein Zusammenbruch der Eurozone unmittelbar bevorstehen.

Sieht man die Lage realistisch dann ist das Scheitern der Euro-Rettung vorprogrammiert und die Eurozone, so wie wir sie heute kennen, bald Geschichte. Verantwortlich für dieses Scheitern ist die Politik, welche mutlos, verspätet und zum Teil auch noch falsch reagiert hat, wodurch die Bevölkerung das Vertrauen in deren Lösungskompetenz verloren hat. Diese Halbherzigkeit bei den Entscheidungen zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte der EU und erreichte seinen letzten Höhepunkt im Versuch, die Probleme Spaniens als alleiniges Problem von dessen Bankensektor darzustellen, obwohl sich die Spanier in einer Depression befinden und dort Massenarbeitslosigkeit sowie Massenarmut herrschen. Wie es in Spanien weitergehen wird, kann man aus der Entwicklung in Griechenland ableiten, wo sich die Hellenen nicht einmal mehr die Medikamente leisten können. Letzten Endes werden durch den undiffernzierten, von der TROIKA auferzwungenen und damit fremdbestimmten Sparwahn nationalistische Strömungen gefördert, welche schlußendlich zu einem Auseinanderbrechen eines Vereinten Europas führen werden. Wollte man dies verhindern, dann müssten die Geberstaaten noch kräftiger in die Tasche greifen und die maroden Staaten uneigennützig fördern, was zu einem Aufstand in den Geberländern und in weiterer Folge zu einer noch stärkeren Abwahl der derzeitigen Machthaber in den Geberländern führen würde.

Im Prinzip ist es egal was die Machthaber beschließen (Verschärfung des Sparprogrammes in den maroden Staaten oder Öffnen des Geldhahnes) werden sie immer die Bevölkerung einzelner Nationalstaaten gegen sich aufbringen, wobei die Machthaber immer übersehen, dass die EU als Staatenbund konzipiert ist und die Mehrheit der Bevölkerungen in den einzelnen Staaten gegen eine Überleitung ins Bundesstaatenkonzept sowie eine Konzentrierung der Macht im Wasserkopf Brüssel ist.

Nur wenn es den Machthabern gelingt, die Bevölkerungen ins Boot zu holen und von einem Bundesstaatenkonzept zu überzeugen, ist meines Erachtens eine Eurorettung so wie wir heute die Eurozone kennen, möglich. Wenn nicht, sollte man sich wie von immer mehr unabhängigen Experten sowie von Josef Bucher (Parteichef BZÖ) seit Jahren gefordert, zu einer Teilung in einen Nord- und Südeuro durchringen, weil ansonsten das ganze europäische Friedensprojekt den Bach runter zu gehen droht.

Der österreichische Haushalt wird in naher Zukunft durch das Schlagendwerden der übernommenen Haftungen für die maroden Staaten massiv belastet werden. Durch die Vergemeinschaftung der Risikos haben die österr. Politiker nicht nur den Wohlstand, welche unsere Vorgängergenerationen geschaffen haben aufs Spiel gesetzt, sondern auch noch die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder massiv belastet.
Damit der Spielraum für die nächsten Generationen größer wird, brauchen wir ein verbrieftes Recht der Bürger auf Mitbestimmung um z. B. die Umsetzung der Einsparungsvorschläge des Rechnungshofes notfalls auch gegen den Willen der Machthaber zu erzwingen.

Wo sind Politiker mit Weitblick und Visionen wie z. B. Bruno Kreisky geblieben, welchen die Ängste der Bevölkerung ein wahres Anliegen waren und die das Gesamtinteresse Österreichs vor dem Eigeninteresse bzw. Parteinteressen gestellt haben?

Mitte nächster Woche wird ein neuer Artikel mit dem Titel „Pallas Athene, wo ist deine Weisheit geblieben“ erscheinen, der als Vorabdruck an alle Parlamentsparteien gegangen ist und zu welchem bereits positive Rückmeldungen von 2 Parlamentsparteien vorliegen, welche damit Bürgernähe und auch Interesse an den Anliegen des Volkes nachgewiesen haben. Aufgrund des Feiertages in der Vorwoche sowie der knappen Zeitspanne habe ich den vorgesehenen Veröffentlichungstermin nach hinten verschoben, womit auch die anderen Parteien nach wie vor Gelegenheit haben in der Bevölkerung durch ihre Reaktionen und Handlungen zu punkten, welche ich hoffentlich noch in den Artikel einbauen kann. Vielleicht findet sich auch eine Partei oder weitere mutige Medien, die Bürgerinitiativen in ihrem Kampf um eine Beschränkung des Amtsgeheimnisses auf den Ausnahmefall

(http://www.wienerzeitung.at/wzo/meinungen/gastkomm…)

unterstützen um das Informationsungleichgewicht zwischen Politik/Verwaltung und den Bürgern etwas abzumildern. Das Volk hat ein Recht und die Politik die Pflicht zur umfassenden Information.

Quelle http://regionaut.meinbezirk.at/

Griechenland in Kur senden inklusive Rückfahrkarte?

Griechenland und der Euro, eine Frage!  Ελλάδα και το ευρώ, ένα ερώτημα

 Griechenland, bricht der Euro erst recht auseinander? (Ελλάδα σπάει τη συμφωνία, ακόμη περισσότερο €;)
Top-Ökonom Hans-Werner Sinn warnt vor Auseinanderbrechen der Euro-Zone. „Bei der jetzigen Strategie werden nur alle arm, und wenn wir am Schluss nichts mehr haben, weil wir neben Griechenland dann ganz Südeuropa finanziert haben, bricht der Euro erst recht auseinander“.Hans-Werner Sinns obiges Statement zum Mitlesen, an Griechisch Kenner:„Όταν η τρέχουσα στρατηγική που μόνο όλοι φτωχοί, και αν δεν έχουμε τίποτα περισσότερο στο τέλος, γιατί είμαστε δίπλα στην Ελλάδα, στη συνέχεια, στη νότια Ευρώπη έχουν χρηματοδοτήσει το € σπάει ακόμα πιο πέρα.“

Der renommierte Präsident des Münchener ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, warnt vor einem Auseinanderbrechen der Euro-Zone. „Bei der jetzigen Strategie werden nur alle arm, und wenn wir am Schluss nichts mehr haben, weil wir neben Griechenland dann ganz Südeuropa finanziert haben, bricht der Euro erst recht auseinander“, sagt Sinn gegenüber „Welt Online“. „Das kann doch nicht im Ernst die Lösung sein.“
Sinn warnte davor, dass die Kosten der Euro-Krise für Deutschland immer größer würden, weil immer mehr griechische Staatsanleihen „in das direkte oder indirekte Eigentum der deutschen Sparer und Steuerzahler überführt“ würden. „Die Anleger dieser Welt brauchen Deutschland dringend als Schrottabladeplatz, und je länger wir das Tor auflassen, desto mehr Schrott werden sie los“, so der Wirtschaftsprofessor.
Sinn schlägt vor, dass Griechenland die Drachme wieder einführt, aber „assoziiertes Mitglied“ der Euro-Zone bleibt: „Wir schicken Griechenland sozusagen in Kur – und drücken ihnen zugleich eine Rückfahrkarte in die Hand.“ Das, so Sinn, „wäre ein echter Anreiz für die Griechen, das Notwendige zu tun – ein viel größerer jedenfalls, als ständig leere Drohungen zur Einstellung von Hilfskrediten auszusprechen“.
16.06.2012 Quelle
Wissen:
Griechenland, auf Altgriechisch, zum Thema was ist wortwörtlich eine DEMOKRATIE? http://wp.me/p1UA3r-9E

Notenbanken bereiten sich auf Marktbeben vor

Bei den aktuellen Wahlen in Griechenland sind keine klaren Prognosen möglich, jedenfalls stehen die Druckerpressen (für weitere Geldscheine) bereit.

Der Tages-Anzeiger (Zürich) schreibt:

Notenbanken bereiten sich auf Marktbeben vor

Noch ist schwer abzuschätzen, was nach der Schicksalswahl in Griechenland geschieht. Die wichtigsten Währungshüter bereiten sich vor. Unabhängig davon wollen die Briten Milliarden in ihre Banken pumpen.

Notenbanker sprechen von «schwarzen Wolken» und «kommenden Stürmen»: Angespannte Stimmung vor der Wahl.

Notenbanker sprechen von «schwarzen Wolken» und «kommenden Stürmen»: Angespannte Stimmung vor der Wahl. Bild: Keystone

Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, hat angekündigt, notfalls die Geldschleusen weiter zu öffnen. Die EZB habe während der Krise durchgehend darauf geachtet, dass die Banken genug Geld bekämen, um die Wirtschaft am Laufen zu halten, sagte Draghi heute in Frankfurt am Main. «Das Eurosystem wird weiter Liquidität bereitstellen, wenn das benötigt wird», sagte er.

Damit ging Draghi indirekt auf Marktgerüchte ein, wonach sich die Zentralbanken darauf vorbereiten, nach der Griechenland-Wahl am kommenden Sonntag massiv Geld in die Märkte zu pumpen, um das Geldsystem zu stützen.

Koordinierte Aktion

Gestern wurde verlautet, die wichtigsten Notenbanken der Welt bereiteten sich auf schwere Marktturbulenzen nach der Schicksalswahl in Griechenland vor. Die Zentralbanken stünden für eine koordinierte Aktion zur Stabilisierung der globalen Finanzmärkte bereit. Um eine Kreditklemme zu verhindern, bereiteten sich die Notenbanker auf eine Versorgung der Finanzmärkte mit Liquidität vor. Der Ausgang der Parlamentswahl in Athen könnte Experten zufolge das Ende des Euro in Griechenland besiegeln, sollten sich die Spar- und Reformgegner durchsetzen.

An der Wallstreet hatten Händler gestern mit Zukäufen auf die Gerüchte reagiert. In New York bauten die wichtigsten Indizes ihre Gewinne aus. Der Euro gewann, während US-Staatsanleihen unattraktiver erschienen und abgestossen wurden.

Eurofinanzminister beraten am Sonntag

Weltweit laufen die Vorbereitungen für den Ernstfall namens «Grexit». Die Finanzminister der Eurozone wollen am Sonntagabend in einer Telefonkonferenz über das Ergebnis der Wahl beraten. Die Hauptsorge sei das Risiko von grösseren Kapitalabflüssen, sollte sich die radikale Linkspartei Syriza eindeutig durchsetzen, sagte ein Eurozonenvertreter.

Syriza lehnt die Auflagen der internationalen Geldgeber ab, will das Land aber dennoch im Euro halten. Gestern bekräftigte Parteichef Alexis Tsipras seine Entschlossenheit, die Hilfsbedingungen nach einem Wahlsieg zu kippen.

Krisentreffen möglich

Um schweren Marktreaktionen entgegenzuwirken, sind auch Währungsinterventionen möglich. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hatte dies gestern in ihrem Stabilitätsbericht einmal mehr bekräftigt. So will sie die Untergrenze zum Euro auf jeden Fall verteidigen und ist dazu bereit, am Devisenmarkt zu intervenieren. Um ihre Anlagen weiter zu diversifizieren, investiert die SNB gemäss eigenen Aussagen unter anderem in den koreanischen Won. Auch Japan könnte eingreifen und seine Währung schwächen, sollten Anleger auf der Suche nach einem sicheren Hafen den Wert des Yen in die Höhe treiben.

Ein G-20-Vertreter sagte der Nachrichtenagentur Reuters, abhängig von der Heftigkeit der Reaktionen könnte am Montag oder Dienstag ein Krisentreffen von Ministern der Gruppe der sieben grössten Industriestaaten (G-7) angesetzt werden. Per Telefon könnten die Notenbanker zugeschaltet werden.

Briten halten 100 Milliarden bereit

Der britische Finanzminister George Osborne erklärte zudem, als Reaktion auf die Lage an den Kreditmärkten würden die Regierung in London und die Bank of England zusammen handeln und neue geldpolitische Instrumente einsetzen. Im Kampf gegen die zunehmenden Gefahren der Eurokrise will Grossbritannien sein Bankensystem mit mehr als 100 Milliarden Pfund fluten. In einer koordinierten Aktion von Regierung und Zentralbank soll die Kreditvergabe angekurbelt werden – unabhängig vom Wahlausgang in Griechenland.

Das Land werde in wenigen Wochen ein entsprechendes Programm auflegen, sagte Notenbank-Chef Mervyn King in einer Rede vor Londoner Bankiers. Die Geldhäuser sollen damit auf eine günstige langfristige Finanzierung zugreifen können und zur Kreditvergabe an Unternehmen und Konsumenten ermutigt werden. Nach Angaben aus dem Finanzministerium könnte allein der Plan der Regierung neue Darlehen in Höhe von schätzungsweise 80 Milliarden Pfund unterstützen.

«Schwarze Wolke» und «kommende Stürme»

King warnte, die Euroschuldenkrise würge die Konjunktur ab. «Die schwarze Wolke hat die Lebenskraft geschwächt», sagte er. «Unternehmen und Haushalte bereiten sich auf die kommenden Stürme vor.» Finanzminister George Osborne rief die Länder der Eurozone auf, die Krise endlich in den Griff zu bekommen.

Grossbritannien müsse sich nun selbst schützen. «Wir sind nicht machtlos im Angesicht des Schuldensturms der Eurozone», sagte er. «Gemeinsam können wir mehr Feuerkraft entfalten, um unsere Wirtschaft gegen die Krise vor unserer Haustür zu verteidigen.»

Aktivierung der Notfallliquiditätshilfe

Die Kredite an die Banken sollen mit einer Laufzeit von wahrscheinlich drei bis vier Jahren ausgestattet werden. Die Verzinsung soll unterhalb der derzeitigen Marktzinsen liegen. Die Zentralbank werde zudem ihre Notfallliquiditätshilfe aktivieren, die im Dezember geschaffen wurde, sagte King.

Gegen die Hinterlegung von Sicherheiten sollen die Banken Kapital für sechs Monate erhalten können. Mit dieser Operation sollen den Finanzinstituten mindestens fünf Milliarden Pfund pro Monat angeboten werden, ergänzte King. Zugleich sagte er, es gebe mehr Argumente für eine geldpolitische Lockerung durch den Aufkauf weiterer Staatsanleihen durch die Notenbank.

Quelle  http://www.tagesanzeiger.ch/(ami/sda)

Dazu sicher auch als Anhaltspunkt lesenswert, ein Interview mit dem Wirtschaftshistoriker Tobias Straumann über die möglichen Szenarien nach den Wahlen in Griechenland:

Die Griechen versuchen (am 17.06.2012)  erneut, ein neues Parlament zu wählen. Welches Resultat wäre aus ökonomischer Sicht bei dieser Schicksalswahl wünschenswert?
Für die griechische Wirtschaft wäre es am besten, wenn die Parteien gewinnen, die mit der EU weiter zusammenarbeiten wollen – also die Konservativen – und diese dann eine Koalition mit den linken Parteien bilden. Das würde dem Land wieder etwas mehr Stabilität bringen. Leider ist dieses Szenario unwahrscheinlich, da es ja bekanntlich schon letztes Mal schief ging. Mehr

Quelle http://www.tagesanzeiger.ch/

Papiergeld, Geldschoepfung aus dem Nichts, Giralgeld, Notenemission beim Staat, John Law

John Law („Erfinder“ des Papiergelds in der europäischen Neuzeit)

John Law hatte – nebst der erfolglosen mit dem Papiergeld – auch sehr gute Ideen, auch in Richtung Monetative (s. VWL Prof. und Energiesflusskenner (Wilhelm Reich) Bernd Senf): Denn ein weiterer Aspekt seiner wirtschaftspolitischen Maßnahmen war der Versuch, sämtliche gewerblichen Monopole, die Notenemission und die Steuereintreibung aus privater Hand in staatliche Regie zu überführen.

[Allerdings aus ganz anderen Gründen als Prof. Bernd Senf:

Durch die Notenemission in staatlicher Regie, so hoffte er, könne die öffentliche Hand ausreichend Gewinn machen und ihre Verbindlichkeiten ablösen.]

John Law war mit den führenden Wirtschaftspolitikern seiner Zeit einig, dass reichlicher und zügiger Geldumlauf für die Volkswirtschaft förderlich sei. Die inflationären Gefahren einer solchen Politik verlor man gerne aus den Augen. Law – als Sohn eines Geldverleihers – war sich dieser Gefahren wohl bewusst. Er konnte sich jedoch von 1719 an gegen einflussreiche Entscheidungsträger in Paris nicht mehr durchsetzen. Deren ungehemmte Ausweitung der Banknoten- und Aktienemission heizte die Spekulationsblase noch an, die in die Katastrophe führen sollte.

Weiter war das entscheidend Neue an Laws Vorgehen, nicht nur Edelmetalle, sondern auch Grundvermögenmit dessen in der Zukunft liegenden Ertragsaussichtenzur Deckung des Notenumlaufs heranzuziehen.

John-Law-1671-1729

John Law of Lauriston (* 16. April 1671 (getauft 21.04.1671)  in Edinburgh; † 21. März 1729 in Venedig) war ein schottischer Nationalökonom und Bankier.

Inhaltsverzeichnis

Lebenslauf

John Law war das fünfte von zwölf Kindern des Innungsmeisters der Goldschmiede von Edinburgh und Geldverleihers William Law. Nach Schulbesuch in seiner Heimatstadt und einem Internat ging er – bald nach dem frühen Tod des Vaters (1688) – nach London. Dort betätigte er sich als professioneller Glücksspieler. Die Fähigkeit, Gewinnchancen mit verblüffender Geschwindigkeit zu kalkulieren, hatte er sich wohl mittels Lektüre (Antoine Arnauld, Jakob Bernoulli) und genauer Beobachtung antrainiert; seine Begabung als brillanter Kopfrechner half dabei entscheidend. 1694 wurde er wegen eines Duells mit tödlichem Ausgang zum Tod verurteilt und flüchtete während der Berufungsverhandlung auf den Kontinent. In den folgenden Jahren studierte Law das Finanzsystem der Bank von Amsterdam und lernte den britischen Thronprätendenten James III. kennen. In Paris wurde Madame Katherine Seigneur, geb. Knowles, seine Geliebte; mit ihr floh er vor Neidern nach Venedig. Nach einem Jahrzehnt im Exil war er zurück im noch unabhängigen Schottland, um es vergeblich vor der Finanzkatastrophe aus dem Darién-Projekt zu retten. Sein Plan zu einer Reform der Finanzverfassung wurde abgelehnt; als die Vereinigung der Parlamente Englands und Schottlands drohte, ging Law (der in England weiterhin als flüchtiger Verbrecher galt) wieder auf den Kontinent.

Durch Glücksspiel „erarbeitete“ er sich in Paris ein Vermögen und wurde 1707 ein Freund Philipps von Orléans, des Regenten Frankreichs (ab 1715). Von 1716 an konnte er in Paris endlich seine geldpolitischen Ideen in die Praxis umsetzen, was in der Mississippi-Spekulation resultierte. Als einer der Hauptaktionäre der von ihm kontrollierten Gesellschaften wurde er nicht nur schwerreich, sondern auch der Star von Paris. 1717 war die Mordaffäre durch Begnadigung seitens des englischen Königs bereinigt worden, Ende 1719 konvertierte er zum katholischen Glauben. Bereits wenige Tage später wurde er zum Generalkontrolleur der Finanzen ernannt. In finanzieller Hinsicht war er damit der Herrscher Frankreichs und gleichzeitig – als Direktor der Mississippi-Kompanie – eines Drittels des nordamerikanischen Kontinents. Um seine gesellschaftliche Anerkennung zu stützen, gab er Unsummen für karitative Zwecke aus (so berichten übereinstimmend Liselotte von der Pfalz und Daniel Defoe).

Jedoch war das Ergebnis seiner Aktivitäten als Bankier und Finanzier des Staates eine geldpolitische Katastrophe. Als Law im Frühjahr 1720 Anlass hatte, an der Unterstützung durch den Regenten zu zweifeln, erlitt er einen Nervenzusammenbruch. Die Kinder wurden auf das Land gebracht, Katherine harrte bei ihm aus. Im Dezember 1720 flüchtete er über Brüssel nach Venedig; sein Vermögen war zunächst blockiert, dann übereignete er es als Schadenersatz der Kompanie. Im Herbst 1721 reiste er nach London – allein, denn Katherine und die Kinder durften Paris weiterhin nicht verlassen. Nach einer Episode als Geheimagent Englands in Aachen und München wandte er sich 1726 wieder nach Venedig, wo er sich als Gemäldehändler betätigte. Dort verstarb er 1729 an den Folgen einer Lungenentzündung. Law wurde in der ehemaligen Kirche San Geminiano bestattet, sein Grabmal befindet sich heute in der Kirche San Moisè.

Den Rest seines Vermögens (gesammelte Gemälde) erbten Katherine (mit der er nie verheiratet gewesen war) und die gemeinsamen Kinder.

Würdigung

Zu behaupten, John Law habe das Papiergeld erfunden, wäre unrichtig. Bereits von 1609 an hatte die Bank von Amsterdam Banknoten ausgegeben, wobei jahrzehntelang sorgfältig auf jederzeit ausreichende Deckung durch Münzen geachtet wurde. 1661 waren in Stockholm von einer privaten Notenbank Banknoten emittiert worden – hier jedoch mangels Vertrauens mit mäßigem Erfolg. Das entscheidend Neue an Laws Vorgehen war, nicht nur Edelmetalle, sondern auch Grundvermögen – mit dessen in der Zukunft liegenden Ertragsaussichten – zur Deckung des Notenumlaufs heranzuziehen. Law strebte an, mittels so geschaffenen Papiergelds Deflation zu verhindern und Handel und Gewerbe mit hinreichend Liquidität zu versorgen – ein erst im 20. Jahrhundert als geeignet anerkanntes Konzept.[1] Nach dem Platzen der Spekulationsblase 1720 waren jedoch seine Ideen für die darauffolgenden Generationen seriöser Geldpolitiker zunächst tabu. Karl Marx bezeichnete Law später als „eine Mischung aus Schwindler und Prophet.“[2]

Law war seiner Zeit weit vorausgeschritten. Erst nach den Erfahrungen mit der Hyperinflation in der völlig verarmten Weimarer Republik wagte man sich 1923 daran, den neuen Notenumlauf („Rentenmark“) mit der Ertragskraft (den „Renten“) der deutschen Landwirtschaft zu besichern, was bis zur Weltwirtschaftskrise auch Erfolg hatte. Spätestens seit den 1970er Jahren spielt die Deckung des Geldumlaufs mit Edelmetall weltweit keine Rolle mehr.

Bemerkenswert ist auch der sozialpolitisch revolutionär wirkende Versuch, zahllose Verbrauchsteuern durch eine einkommensabhängige Steuer zu ersetzen. Im feudal geprägten Frankreich seiner Zeit konnte diese Maßnahme keinen Bestand haben, denn sie hätte den Kleinverdiener entlastet und einflussreiche Großverdiener belastet.

Ein weiterer Aspekt seiner wirtschaftspolitischen Maßnahmen war der Versuch, sämtliche gewerblichen Monopole, die Notenemission und die Steuereintreibung aus privater Hand in staatliche Regie zu überführen. Damit, so hoffte er, könne die öffentliche Hand ausreichend Gewinn machen und ihre Verbindlichkeiten ablösen.

John Law war mit den führenden Wirtschaftspolitikern seiner Zeit einig, dass reichlicher und zügiger Geldumlauf für die Volkswirtschaft förderlich sei. Die inflationären Gefahren einer solchen Politik verlor man gerne aus den Augen. Law – als Sohn eines Geldverleihers – war sich dieser Gefahren wohl bewusst. Er konnte sich jedoch von 1719 an gegen einflussreiche Entscheidungsträger in Paris nicht mehr durchsetzen. Deren ungehemmte Ausweitung der Banknoten- und Aktienemission heizte die Spekulationsblase noch an, die in die Katastrophe führen sollte.

John Law war eine der faszinierendsten Persönlichkeiten seiner Zeit. Von attraktivem Aussehen, intelligent und charmant, mit tadellosen Manieren, gleichzeitig ein kühl kalkulierender Draufgänger, musste er in jedem Salon der Haute volée Europas Erfolg haben. An der Schwelle zwischen der rigiden Barockkultur Ludwigs XIV. und dem lasziven Rokoko stehend, verkörperte Law beide Seiten. Seine Vorstellung, mit einem einzigen Finanzkonglomerat die Wirtschaft eines ganzen Landes steuern zu können, entsprach noch völlig dem Denken des Sonnenkönigs. Mit seinem abenteuerlichen Privatleben jedoch leitete er bereits über zu der Welt Watteaus und erscheint uns als ein Vorläufer Giacomo Casanovas.

(Text aus aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie)

Videos zu John Law (arte):

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Giacomo Casanova. Dem Herrn Neuhaus, der sehr oft unterwegs war in ganz Europa, damals zu einer Zeit, ohne Kreditkarten ohne Euro. Giacomo Girolamo Casanova (* 2. April 1725 in Venedig; † 4. Juni 1798 auf Schloss Duchcov (Dux) im Königreich Böhmen, heute Tschechien) war ein venezianischer Schriftsteller, Abenteurer und Libertin des 18. Jahrhunderts, bekannt durch die Schilderungen zahlreicher Liebschaften. Schon im 19. Jahrhundert tauchte die Figur Casanova in künstlerischen Werken auf.

Von dem (?) man mittlerweile ja weiss: „Ich bin nicht Kunde bei Wegelin & Co., weil ich nichts von langfristigen Beziehungen halte.“ w)

Eine Art der Privatwerbung vom WERTMETALL BLOG, 

weil wir es für eine sehr  gute Werbeidee halten, sehr witzig, in der sonst doch recht tristen Bankenwelt

Information:  wegelin bei wiki

[Nachtrag vom 27.01.2012: Leider ist nun wegen US Aktivitaeten die gesamte Bank in eine derart schwierige Situation gekommen, dass es am 27.01.2012 in den Medien hiess:

27. Januar 2012, 13:32, NZZ Online

Bank Wegelin kapituliert im Streit mit den USA

Raiffeisengruppe übernimmt den Grossteil des Privatkundengeschäfts

Die älteste Schweizer Privatbank, die 1741 gegründete St. Galler Bank Wegelin, gibt auf. Sie ist durch die angedrohte Klage der USA offenbar in eine derart schwierige Situation gekommen, dass sie sich zu diesem radikalen Schritt entschieden hat. Die Raiffeisen-Gruppe, die ebenfalls in der Stadt St. Gallen ihren Hauptsitz hat, übernimmt den Grossteil des Privatkundengeschäfts von Wegelin.

Wegen der grossen Risiken des US-Geschäfts erfolgt die Übernahme über einen Umweg: Der Grossteil der Kunden und Mitarbeiter wird in eine neue «Notenstein Privatbank» transferiert, die von Raiffeisen zu 100 Prozent übernommen wird. Über den Kaufpreis ist Stillschweigen vereinbart worden.]

Quelle  http://www.nzz.ch/ ]


02.02.2012. Jetzt wird die Rolle des Schweizer Bundesrats in der Sache näher analysiert: zB.

Im Editorial der Weltwoche 02.02.2012 schreibt der Chefredaktor Roger Köppel:

Wegelin:  Die zerstörte Bank scheint nichts Widerrechtliches getan zu haben. Enttäuschung über die USA.

Vertiefte Recherchen der Weltwoche lassen den Schluss zu, dass sich die kürzlich unter dem Druck amerikanischer Ankläger verkaufte Schweizer Privatbank Wegelin keine strafrechtlich relevanten Vergehen hat zuschulden kommen lassen. Weder nach amerikanischem noch nach schweizerischem Recht.

Die Bank wird von den Amerikanern beschuldigt, sich an einer conspiracy beteiligt zu haben, also an einer bandenmässigen Anstiftung amerikanischer Bankkunden zum Steuerbetrug. Letztlich hat der auf dieser Grund­lage entwickelte Klagedruck dazu geführt, dass die altehrwürdige Privatbank aufgetrennt und in Teilen verkauft werden musste. Die Drohung allein reichte, um den St. Gallern die Luft abzudrehen.

Nach Recherchen der Weltwoche gibt es bis heute keine Beweise, die eine Basis bilden könnten für den von den Amerikanern erhobenen Vorwurf der conspiracy. Um es in rechtlicher Hinsicht verständlich zu machen: Wenn der amerikanische Staat eine Schweizer Bank in Steuerdelikten vor den Richter bringen möchte, dann muss er ihr zwingend Anstiftung und aktive Beihilfe (conspiracy) zum ­Steuerbetrug und zu ähnlichen Vergehen nachweisen können. Gelingt ihm dies nicht, hat er keine Handhabe, gegen die Schweizer Bank vorzugehen.

Zum Vergleich: Der UBS konnten die US-Behörden stichhaltig nachweisen, dass sich die Bank aktiv an der Steuerumgehung von Kunden beteiligt hatte. Das bandenmässige Zusammenwirken zwischen Bank und US-Kunden liess sich zumindest in einigen Fällen beweisen. Nach unseren Informationen ist dies bei der Bank Wegelin nicht der Fall.

Was hat die Bank Wegelin getan? Sie hat in den Jahren 2008 und 2009 eine Reihe von US-Kunden unter anderem von der UBS übernommen. Nach unseren Recherchen hat sie sich nicht aktiv um diese Kunden bemüht. Sie scheint keine Amerikaner angeworben zu ­haben, es gab keinen speziellen US-Desk zur Betreuung von US-Kunden. Es lassen sich, soweit man das heute beurteilen kann, keine Hinweise finden, die zeigen würden, dass die Bank ­aktive Beihilfe oder gar Anstiftung zu Steuerdelikten gegeben hätte.

Gewiss: Es stimmt, dass Wegelin US-Kunden mit unversteuertem Geld annahm. Das mag unklug gewesen sein und politisch unsensibel vor dem Hintergrund der UBS-Affäre. Bevor man zu vorschnellen Verurteilungen greift, sollte man sich allerdings vor Augen halten: Nach Schweizer Recht ist es einer Bank verboten, zu Steuerdelikten anzustiften oder Beihilfe zu leisten. Die passive Annahme von unversteuertem Geld ist nach Aussage von Juristen weder in der Schweiz noch in Amerika verboten. Es gibt kein Gesetz, nach dem sich Wegelin strafbar gemacht hätte, und in Rechtsstaaten gilt nach wie vor der Grundsatz, dass es ohne Gesetz auch keine Strafe geben kann.

So verdichten sich die Hinweise, dass die Bank Wegelin zu Unrecht ins Visier der US-Behörden geraten ist. Pointierter ausgedrückt: Möglicherweise kam Wegelin nur deshalb unter Beschuss, weil die Amerikaner eine aggressive, sagen wir: imperialistische Auslegung der ­eigenen Steuergesetze vornahmen. Dass die Amerikaner dies taten, ist enttäuschend. Dass die Schweizer Behörden nichts dagegen unternahmen, ist erschütternd.

Der Bundesrat hat sich bisher im Wesentlichen darauf beschränkt, der enthemmten US-Justiz moralische Schützenhilfe zu gewähren. Finanzministerin Widmer-Schlumpf äus­serte sich schon im letzten Jahr kritisch über Schweizer Banken, die amerikanische UBS-Kunden aufgenommen hätten. Ihre Kollegen Schneider-Ammann und Leuthard verbreiten ebenfalls Verständnis für die skandalöse Neigung der Amerikaner, während Friedensverhandlungen den Schweizer Finanzplatz unter Feuer zu nehmen.

Chef-Unterhändler Michael Ambühl, beauftragt, mit den USA eine Gesamtlösung im Steuerstreit auszufechten, hatte bisher zwar keinen erkennbaren Erfolg, aber immerhin lässt er im Gespräch durchblicken, dass er die Angriffe weit fragwürdiger findet als seine Vorgesetzten im Bundesrat, die öffentlich die Schweizer Banken kritisieren und damit Ambühls Verhandlungsposition untergraben.

Das Unheimliche an den Vorgängen ist die schleichende Abwrackung von Rechtssicherheit und Bankkundengeheimnis in der Schweiz. Ohne dass die Stimmbevölkerung ­etwas dazu zu sagen hätte, werden vormals eherne Bestände unseres Rechtsstaats zu ­Grabe getragen. Die Behörden vermittelten phasenweise den Eindruck, als ob es sich bei den von uns jahrzehntelang gehätschelten US-Kunden um Schwerverbrecher handle, die man schleunigst auf einer Sondermülldeponie entsorgen müsse. Das abfällige Gerede über «amerikanische Steuerbetrüger», das bis hinauf in den Bundesrat gepflegt wird, ist eine Schutzbehauptung, die von der irritierenden Tatsache ablenken soll, dass die Regierung nichts dagegen unternimmt, wenn die US-Justiz auf dürrer Rechtsgrundlage einen Feldzug gegen den Schweizer Finanzplatz führt.

Natürlich ist die Frage nicht einfach zu beantworten, wie die Schweiz auf Drohungen der Supermacht Amerika reagieren soll. Die USA entwickeln eine zusehends abstossende Tendenz, ihr Recht grenzübergreifend anzuwenden. Erkennbar ist eine immer aggressivere Auslegung dessen, was eine Verletzung der amerikanischen Staatskassen bedeuten könnte.

Die Schweiz kann sich nicht mit Flugzeugträgern und Marschflugkörpern wehren, aber sie kann den eigenen Rechtsstandpunkt entschiedener zur Geltung bringen. Der Bundesrat muss sich spätestens jetzt geschlossen und einstimmig hinstellen. Jegliche Kritik an den ­eigenen Banken darf er privat äussern, aber ­sicher nicht öffentlich. Die Botschaft an die andern lautet, dass man es nicht dulden werde, dass die Amerikaner während der Verhandlungen weitere Banken attackieren. Der Zürcher Finanzprofessor Martin Janssen hat dazu bedenkenswerte Vorschläge eines Schutzschirms unter Beteiligung der Finanzmarktaufsicht und der Nationalbank entwickelt.

Wir wollen den Strafuntersuchungen nicht vorgreifen, aber nach heutigem Wissensstand sind wir mit der traurigen Tatsache konfrontiert, dass eine unbescholtene Schweizer Privatbank mit fragwür­digen Methoden kaputtgeklagt wurde, ohne dass sich die Schweiz dagegen zur Wehr setzte. Dass der Angriff ausgerechnet aus Amerika kam, betrübt ­alle, die in den Vereinigten Staaten, vielleicht ­naiv, den Inbegriff von Freiheit, Marktwirtschaft und Rechtsstaatlichkeit gesehen haben.

[Quelle]

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Einzelbelege John Law

  1. „Verkehrt an John Law war nicht, daß er Zahlungsmittel in vacuo schuf, sondern daß er sie für Zwecke verwandte, die scheiterten.“ Joseph A. Schumpeter: Konjunkturzyklen. Eine theoretische, historische und statistische Analyse des kapitalistischen Prozesses. Bd. I, Göttingen 1961, S. 122 (engl. Business Cycles. A Theoretical, Historical, and Statistical Analysis of the Capitalist Process. New York 1939)
  2. Paul Strathern. A Brief History of Economic Genius. Thomson Texere, New York, 2001 ISBN 1-58799-189-6 S. 56.

Werke

  • Money and Trade Considered – With a Proposal for Supplying the Nation with Money, 1705 [1]

Literatur

Fachliteratur

  • Kwass, Michael: Privilege and the Politics of Taxation in Eighteenth-Century France: Liberté, Egalité, Fiscalité, Cambridge 2000.
  • Murphy, Antoin E.: John Law. Ökonom und Visionär, Düsseldorf 2002.
  • Sonenscher, Michael: Before the Deluge. Public Debt Inequality and the intellectual Origins of the French Revolution, Princeton 2007.
  • Lüthy, Herbert: La Banque Protestante en France de la Révocation de l’Édit de Nantes à la Révolution (1685-1794), 2 Bde., Paris 1959/1961.

Weblinks

 Commons: John Law – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgänger Amt Nachfolger
Henri Jacques Nompar de Caumont, duc de La Force Generalkontrolleure der Finanzen
5. Januar 172028. Mai 1720
Michel Robert Le Peletier des Forts
Personendaten
NAME Law, John
KURZBESCHREIBUNG schottischer Nationalökonom und Bankier
GEBURTSDATUM 16. April 1671, evtl.  21. April 1671
GEBURTSORT Edinburgh
STERBEDATUM 21. März 1729
STERBEORT Venedig
w) Wegelin & Co. Werbung, s. oben: WobeiDER Casanova, der Giacomo Girolamo, auch nicht Kunde hätte werden können bei „Wegelin & Co.“, da die Privatbank Wegelin damals noch nicht so hiess, als die Co. 1741 gegründet wurde. Aber das tut der WerbeIdee keinen Abbruch, sie bezieht sich ja keinesfalls nur auf diesen Casanova, sondern auf alle „Neuhaus“ dieser Welt, die nichts von langfristigen Beziehungen halten 🙂

Der kleine EURO eine schoene Geschichte I

ein Profi – Prof. Dr. Wilhelm Hankel spricht.

Stichworte:

Wenn noch eine gewisse Zeit – illegal, uebrigens  -Euro gedruckt werden, dann dauert es noch ein Weilchen weiter, ein Weilchen,

es gibt solche die Alles verlieren werden; Motto „Den letzten beissen die Hunde!“

ESFS

Mehr: http://www.mmnews.de Das Experiment „Euro“ endet spätestens dann, wenn Deutschland insolvent ist. Dies prognostiziert Prof. Wilhelm Hankel in diesem obigen Interview mit Michael Mross. Zunächst aber geht es mit dem Euro weiter „auf die bekannte verbrecherische Weise: Man druckt Euro und kauft Schrott – und glaubt damit das Problem gelöst zu haben.“

Der deutsche Politiker als Erfüllunsgehilfe bei der Enteignung des Deutschen Volksvermögens?

Sehens-, nach- und überdenkenswert!

Weihnachtslied zur Euro-Krise Video. EZB erschafft 489 Milliarden EURO, fast eine halbe Billion Euro aus dem Nichts!

EZB erschafft halbe Billion Euro aus dem Nichts
! 489 Milliarden Euro !

Noch nie hat die EZB Banken auf einen Schlag so viel Geld zur Verfügung gestellt.

Ob diese Hilfe in der Krise aufgeht, ist fraglich.

http://www.welt.de/finanzen/article13779337/EZB-erschafft-halbe-Billion-Euro-aus-dem-Nichts.html!

Dazu sicher lesens- und denkenswert  „Luftgeld“, Prof. Hörmann, Wien

Weihnachtslied zur Euro-Krise